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16.11.2016

09:32 Uhr

Withings Body Cardio im Test

Schöner wiegen!

VonCarina Kontio

Mit Body Cardio bringt der französische Hersteller Withings eine Waage auf den Markt, die nicht nur helfen soll, das Gewicht zu überprüfen, sondern auch auf die Herzgesundheit zu achten. Hand aufs Herz: Kann die was?

Diese Waage kann mehr als nur das Gewicht bestimmen.

Withings Body Cardio

Diese Waage kann mehr als nur das Gewicht bestimmen.

KölnFrüher war es einfach. Da stellte man sich auf die Waage, der analoge Zeiger wackelte ein bisschen auf der Drehskala hin und her und dann war sie da, die nackte Wahrheit. Das Gerät brauchte keinen Strom, keine Batterie und keine umfangreiche Analyse-App auf dem Smartphone.

Das geht heute nicht mehr ganz so einfach - zumindest dort, wo es um den lukrativen Gesundheitsmarkt mit W-Lan-Waagen aus dem oberen Preissegment geht. Und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass das Warenangebot der Hersteller zum Verzweifeln ist. Inzwischen lebt eine ganze Industrie von dem Körperfett-Analyse-Hype unserer auf Selbstoptimierung getrimmten Gesellschaft.

Das Produkt in aller Kürze

Was ist es?

Die Body Cardio W-Lan Waage ist das neueste Modell von Withings. Sie ist laut Hersteller eine der ersten, die den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems mit Pulswellengeschwindigkeit misst und beurteilt. Außerdem behält die Waage Gewicht, Körperfett und den Wassergehalt des Körpers im Blick und misst Muskel- und Knochenmasse. Analysiert werden die Daten in der kostenlosen Withings Health Mate App (Kompatibel mit iOS 8+ & Android 4.3.3+).

Was sagt die Werbung?

Bringen Sie Ihren Körper in Form. Stärken Sie Ihr Herz. Bei Withings nutzen wir hochmoderne Technologie, um Produkte zu erfinden, die Menschen das nötige Wissen geben, um ein glücklicheres, gesünderes Leben zu führen. Unsere neueste Innovation, Body Cardio, erfüllt dieses Versprechen und bringt eine wichtige neue Metrik der Herzgesundheit nach Hause, um die Herz-Kreislauf-Gesundheit zu kontrollieren und Maßnahmen ergreifen zu können, um sie zu verbessern. Mit erweiterter Ganzkörperzusammensetzung, exklusiven Einblicken in die kardiovaskuläre Gesundheit und einer nahtlose Anbindung an die Health Mate App, ist Body Cardio die fortschrittlichste Waage weltweit.

Wer steckt dahinter?

Der französische Fitness-Produkte-Hersteller Withings, der 2008 gegründet und Anfang des Jahres von Nokia gekauft wurde. Die Finnen haben 170 Millionen Euro für Withings auf den Tisch gelegt und setzen damit ihre Strategie um, sich mehr um digitale Produkte für die Gesundheit und das Internet der Dinge zu kümmern. Dabei vertraut Nokia vor allem auf Vorhersagen, dass der Markt für solche und andere Gesundheitsprodukte in Zukunft enorm wachsen wird, zumal beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen hätten.

Was ist gelungen?

Ein Jahr verwenden, eine Nacht aufladen: Die Body Cardio läuft bis zu zwölf Monate lang, bevor sie über Micro-USB-Kabel (im Lieferumfang enthalten) nachgeladen werden muss - ein Batterietausch gehört damit der Vergangenheit hat. Das gibt Pluspunkte. Neben dem smarten und schlanken Design überzeugt die Tatsache, dass bis zu acht Benutzer automatisch von der Waage erkannt und deren individuelle Daten bei Health Mate mit dem jeweiligen Profil synchronisiert werden.

Was ist nicht gelungen?

Um einen Wert für die Pulswellengeschwindigkeit zu bekommen, muss man sich mindestens fünf Mal wiegen, was man aber im Laufe der Konfiguration nicht erfährt (bitte nachbessern!). Wahrscheinlich benötigt die Software einige Referenzwerte, bis sie zur PWG eine Angabe machen kann. Aber Withings könnte klarer kommunizieren, dass der User ein bisschen Geduld mitbringen muss.

Was kostet das Gerät?

Withings bietet die Waage im Online-Shop für 179,95 Euro an.

Lohnt sich der Kauf?

Ja. Der Kauf lohnt sich für alle Menschen, die mehr wollen, als nur ihr Gewicht festzustellen. Die neugierig darauf sind, ob und in welchem Ausmaß sich mehr Sport und mehr Krafttraining auf die Körperzusammensetzung auswirken. Vor allem aber kann die Body Cardio für Menschen sinnvoll sein, die ihre Herzgesundheit im Auge behalten möchten und chronische Krankheiten haben, bei denen es zu Wassereinlagerungen im Körper kommt, die regelmäßig kontrolliert werden müssen. Eine gute Alternative mit App-Anbindung ist die Withings Body, die auf die Messung von Herzfrequenz und PWG verzichtet und mit 129,95 Euro gut 50 Euro günstiger ist.

Ein wichtiger Player in diesem Segment ist der französische Hersteller Withings (gehört inzwischen zum finnischen Nokia-Konzern), der mit seinem neuesten Produkt Body Cardio den Markt der W-Lan-Waagen revolutionieren will. Seit Juli gibt es das futuristisch anmutende Gerät im Handel für 179,99 Euro zu kaufen. Das Werbeversprechen: Für immer fit und gesund.

Lernen Sie Ihr Herz kennen

Na gut, das war jetzt gelogen. Aber Withings meint, Produkte zu erfinden, “die Menschen das nötige Wissen geben, um ein glücklicheres, gesünderes Leben zu führen.” Dieses Versprechen wollen die Franzosen bei der Body Cardio vor allem durch die Messung der Pulswellengeschwindigkeit erfüllen. Moment, keine Ahnung, was das ist? Dann geht es Ihnen genauso wie mir, denn bislang kannte ich von solchen Waagen nur Angaben zur Körperzusammensetzung, also Körperfett, Wasseranteil, Knochen- und Muskelmasse und nicht zuletzt natürlich auch das Gewicht.

Die Pulswellengeschwindigkeit (PWG) gilt als anerkannte Maßeinheit für die Gesundheit des Herzens und sie kann ein Indikator für hohen Blutdruck, mangelnde Arterienelastizität und den allgemeinen Zustand des Herz-Kreislauf-Systems sein. Konkret behält die PWG die Blutflussrate im Blick, die in Metern pro Sekunde angegeben wird. Bei mir betrug sie heute früh 7 m/s - doch was sagt mir dieser Wert?

Withings erklärt es in seiner App Health Mate, in der die Ergebnisse des Wiegens per Bluetooth oder über W-Lan synchronisiert werden, so: “Wenn das Herz schlägt, sendet es Impulse, die auf der Waage zu Gewichtsschwankungen führen. Body Cardio misst die Zeit zwischen dem Beginn der Pulswelle und dem Zeitpunkt, an dem sie im Fuß ankommt. Wird die Dauer der Welle zu Ihrer Größe ins Verhältnis gesetzt, erhalten Sie die Pulswellengeschwindigkeit.” (wer es ganz genau wissen will, darf gerne hier tiefer einsteigen).

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