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02.10.2015

16:19 Uhr

Bosch-Akquise Seeo

Der Saft für digitale Höchstleistungen

VonBritta Weddeling

Bosch plant mit dem Start-up Seeo die Akku-Revolution: Neuartige Batterien, die in Elektroautos und Eigenheimen eingesetzt werden können, sollen die Leistung künftig verdoppeln.

Bosch sieht in der Festkörperzelle von Seeo den Durchbruch beim Elektrofahrzeug. dpa

Eine Elektro-Tankstelle

Bosch sieht in der Festkörperzelle von Seeo den Durchbruch beim Elektrofahrzeug.

San Francisco„Software frisst die Welt“: Das Silicon Valley schwört auf dieses Motto des Tech-Investors Marc Andreessen, Erfinder des Internet-Browsers Netscape. Computercode treibt den Fortschritt an, heißt das übersetzt, und verändert jeden Winkel der Welt. Mit Cloud-Computing und künstlicher Intelligenz wachsen Einfluss und Fähigkeiten der Software. Der Kreativität der Programmierer sind kaum Grenzen gesetzt. Oder doch?

Je mehr die Rechenleistung der Computer steigt, je vernetzter Menschen, Handys und Autos werden, desto höher ist die Nachfrage nach leistungsstarken Akkus oder Batterien. Die Tech-Community giert deshalb nach neuen Methoden, um das Energieproblem für die digitale Hochleistungsgesellschaft zu lösen. Und dabei spielen Batterien eine Schlüsselrolle.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

Den Wert der hochkomplexen wieder aufladbaren Kraftpakete aus Lithium-Ionen erkannte als erster Konzern Sony - und setzte sie bereits in den 90er-Jahren für seine Videokameras ein. Heute stecken sie in den Elektroautos von Tesla und bald auch in den autonomen Fahrzeugen von Google, Apple oder Uber. Die deutschen Autobauer Daimler, Audi und BMW arbeiten ebenfalls am vernetzten Auto der Zukunft, die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt widmete dem Thema „datenvernetzte Welt“ gar eine eigene große Halle.

Eben dort präsentierte auch der Autozulieferer Bosch seinen neuesten Coup auf dem Gebiet der Lithium-Technologie. Still und leise hatten sich die Schwaben das kalifornische Start-up Seeo gesichert, einen Batteriehersteller aus Hayward, Kalifornien. Das Unternehmen wurde vor acht Jahren gegründet und produziert eine neuartige Lithium-Ionen-Batterie, die leistungsfähiger und sicherer sein soll als konkurrierende Produkte.

Die klassische Akkuzelle besteht aus zwei Elektroden, der positiven Kathode und der negativen Anode sowie einer leitenden Flüssigkeit, durch die elektrische Spannung fließt. Lithium-Ionen bewegen sich zwischen Kathode und Anode hin und her.

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