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08.10.2015

17:42 Uhr

Energy Awards

And the Winners are...

Bereits zum dritten Mal wurden in Berlin die begehrten Energy Awards verliehen. Die innovativen Lösungen und engagierten Gestalter der Energiewende ernteten viel Lob - nicht nur von ihren Laudatoren.

Nach der Preisverleihung wurde zu Lounge- und Tanzmusik auch noch das Tanzbein bei den Energy Awards 2015 geschwungen. Marc-Steffen Unger

Die Party ist eröffnet

Nach der Preisverleihung wurde zu Lounge- und Tanzmusik auch noch das Tanzbein bei den Energy Awards 2015 geschwungen.

Berlin Die zweite Phase des Umbaus der Energieversorgung hat begonnen. „Die Energiewende ist keine Kostenfrage mehr“, stellte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, am Donnerstag bei der Verleihung der Energy Awards in Berlin fest. Die Erneuerbaren sind im Markt, bis 2027 werden sie 50 Prozent des Stroms in Deutschland erzeugen. Es gehe nun darum, Angebot und Nachfrage zu synchronisieren. Es geht um Kommunikation.

15 Gründe, weshalb die Energiewende so kompliziert ist

Kosten

Diese zahlen die Stromverbraucher. Die Ökostrom-Umlage und Rabatte für die Industrie belasten ihre Stromrechnungen.

Fördersystem

Die Wirtschaft warnt vor Planwirtschaft und fordert ein Förder-Ende sowie Wettbewerb auch für Ökostrom-Erzeuger.

20 Jahre Garantie

Da Solar- und Windanlagen bisher 20 Jahre lang Vergütungen bekommen, kann der Strompreis erstmal nicht sinken.

Soziale Schieflage

Die Zahnarzthelferin zahlt über den Strompreis die Renditen für Solarpanele, die sich ihr Chef aufs Dach setzt.

Industrie

Sie muss entlastet werden, damit niemand abwandert. Aber wie stark? Die Bürger müssen dadurch Mehrbelastungen schultern.

Zielkonflikt

Weniger Atomstrom führt dazu, dass mehr Kohlestrom produziert wird. Der CO2-Ausstoß ist 2012 und 2013 gestiegen.

Länder-Interessen

Der Norden will mehr Windräder, der Westen fürchtet um seine Industrie, der Süden will mehr Gaskraftwerke.

Stromnetze

Große Nord-Süd-Trassen werden gebraucht, sonst gibt es im Norden viel zu viel Strom. Aber die Bürger protestieren.

Fehlende Steuerung

Bisher können quasi unbegrenzt Ökoenergie-Anlagen gebaut werden - es fehlt oft an bedarfsorientierter Planung.

Grundlast-Problem

Ohne Speicher sind wegen der je nach Wetterlage schwankenden Ökostrom-Produktion weiterhin viele Kraftwerke nötig.

Strombörse

Im Einkauf fallen dank viel Ökostrom die Preise - die Bürger spüren davon wegen der Umlagen beim Endpreis kaum etwas.

Fehlender Markt

Viele Kraftwerke rechnen sich nicht mehr - der mit viel Geld geförderte Ökostrom stellt den Markt auf den Kopf.

Überkapazitäten

Wegen des rasanten Ausbaus wird oft zu viel Strom produziert. Nie wurde so viel Strom exportiert wie 2013.

Ärger bei den Nachbarn

Polen lässt Netzsperren einbauen, auch andere Länder klagen über Preis- und Stromfluss-Unwuchten.

Wärmemarkt

Im Wärmebereich hakt es besonders stark, auch beim Energiesparen - Gebäudesanierungs-Ziele werden kaum erreicht.

Ganz passend wurden die diesjährigen Awards im Berliner Kommunikationsmuseum verliehen: Fünf Preise für fünf Pioniere, Querdenker und Innovatoren - und ein Ehrenpreis. Die Umstellung der Energieversorgung sei eine große Aufgabe, erklärte Baake. „Die Energiewende braucht Menschen wie Sie, die diese Herausforderung annehmen“, lobte er. Menschen etwa wie Christian Deilmann, Johannes Schwarz und Valentin Sawadski, Gründer des Unternehmens Tado. Mit einem kleinen Gerät und einer App sorgen sie dafür, dass eine Heizung nur dann heizt, wenn man auch wirklich zuhause ist. Das spart Energie und Geld.

Für ihre Idee wurden sie nun von der Energy Academy mit dem Energy Award in der Kategorie Smart Home ausgezeichnet. Die Gründer haben große Ziele. „Wir wollen alle Heizungen ins 21 Jahrhundert bringen“, sagte Deilmann. „Der Award bringt uns ein Stückchen weiter an dieses Ziel“. Die Laudatio hielt Lars Hinrichs, Gründer des Business-Netzwerks Xing. Sein neuestes Projekt: Ein komplett durchdigitalisiertes Mehrfamilien-Mietshaus in Hamburg. „Smart Home wird immer mehr zur Lebenseinstellung“, hat er beobachtet.

Es war bereits das dritte Mal, dass die Energy Academy, eine von Handelsblatt und General Electric (GE) initiierte Organisation, die Energy Awards verliehen hat. „Die Einsendungen werden mit jedem Mal besser. Das ist für uns eine Verpflichtung, weiterzumachen“, schwärmte Handelsblatt-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs. „Es gibt viele Innovationen, die wir fördern müssen“, stellte GE-Europachef Stephan Reimelt fest.

Eine Schlüsselrolle bei der Energiewende kommt auch der Mobilität zu. Die Energy Academy fasst diesen Begriff sehr weit, auch neue Konzepte, wie etwa Car-Sharing-Plattformen gehören zur neuen Mobilität, erklärte der Laudator für den Energy Award in der Kategorie Mobilität, Michael Salcher von der Unternehmensberatung KPMG. Nominiert waren die Firma Terberg Nordlift für ihre Terminal-Zugmaschinen mit vollelektrischem Antrieb, die Wiener Stadtwerke und der ÖBB Personenverkehr für ihre 'smile'-App, die als Mobilitätsplattform die verschiedensten Verkehrsmittel kombiniert und Kreisel Electric, die den Preis mit nach Hause nehmen konnten. Die drei Brüder Philipp, Johann und Markus Kreisel haben eine Lithium-Ionen Batterie für Elektrofahrzeuge auf Basis von Rundzellen entwickelt. Die Jury überzeugte die zuverlässige Schnellladung, die flexible Anpassung an das Fahrzeug, die hohe Reichweite und die schnelle und effiziente Herstellung der Batterie.

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