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10.11.2015

07:29 Uhr

Klima-Ökonom Edenhofer

„Die Kosten können um das Dreifache steigen“

VonSilke Kersting, Klaus Stratmann

Der Klima-Ökonom gilt als einer der führenden Köpfe der Klimadebatte. Im Interview spricht Ottmar Edenhofer über effektive Klimapolitik, fortschrittliche Technologien und negative Emissionen.

Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer. dpa

Klimaforscher

Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer.

BerlinZiel der Weltgemeinschaft ist, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Damit das gelingt, hält Edenhofer, einer der führenden Köpfe in der Klimadebatte, "negative Emissionen" für unverzichtbar. Dabei geht es darum, der Atmosphäre CO2 zu entziehen.

Herr Edenhofer, welche Bedeutung haben negative Emissionen?
Für einen ambitionierten Klimaschutz benötigen wir negative Emissionen: Manche industriellen Prozesse sind ohne fossile Energieträger nicht vorstellbar; der Einstieg in eine effektive Klimapolitik lässt bislang noch auf sich warten, die Renaissance der Kohle ist noch nicht zu Ende. Wenn wir daher die Zwei-Grad-Grenze einhalten wollen, sind negative Emissionen wichtig.

Die wichtigsten Unternehmen im Bereich Erneuerbarer Energien

Platz 8: Sinovel

Um das Jahr 2011 gehörte Sinovel lange zu den größten Windkraftanlagenherstellern der Welt. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der chinesische Konzern einen Umsatz in Höhe von 484 Millionen US-Dollar.

Quelle: Statista.com

Platz 7: Renewable Energy

Die Renewable Energy Corporation ist bereits seit 1994 für Photovoltaik-Module tätig. Der Solarmodulhersteller aus Norwegen hat im Jahr 2013 einen Umsatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar gemacht.

Platz 6: Solarworld

Bei dem angeschlagenen deutschen Konzern Solarworld scheint es wieder besser zu laufen. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der in Bonn ansässige Solarstromtechnologiekonzern einen Umsatz von rund 573 Millionen US-Dollar.

Platz 5: Shunfeng International Clean Energy

Die Shunfeng International Clean Energy aus China ist ein im alternativen Energiebereich führender Lösungsanbieter. Der Umsatz des Konzerns lag 2014 bei 768 Millionen US-Dollar.

Platz 4: Ming Yang

Im Bereich Windkraftanlagenhersteller gibt es eine Reihe von unterschiedlich strukturierten Unternehmen. Ming Yang aus China ist seit 2006 aktiv. Der Konzern hat im Jahr 2014 den Umsatz auf rund 779 Millionen US-Dollar gesteigert.

Platz 3: First Solar

Der US-amerikanische Solarriese will in Zukunft mit Sunpower gemeinsame Sache machen und eine neue Firma gründen. Bis dahin verdient First Solar gut: Im Jahr 2014 wurde ein Umsatz in Höhe von 2,79 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Platz 2: Enercon

Enercon steigerte 2013 seinen Umsatz auf 4,88 Milliarden US-Dollar. Der Windkraftanlagenhersteller aus Aurich will ab dem ersten Quartal sein Wartungskonzept zunächst in Deutschland umstellen. Die Umstellung soll vor allem Kosten sparen.

Platz 1: Vestas

Der Weltmarktführer für Windräder hat 2014 den meisten Umsatz gemacht – 6,91 Milliarden US-Dollar. Zuletzt meldete das dänische Unternehmen Probleme mit Mitarbeitern, die mithilfe überhöhter Rechnungen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben könnten.

Verleitet das nicht zur Nachlässigkeit? Man kann die Problemlösung verschieben ...
Diese Gefahr sehe ich durchaus. Es wäre in der Tat fahrlässig, wenn wir die Emissionen weiter ansteigen lassen, weil wir auf Technologien wetten, die uns erst in der Zukunft zur Verfügung stehen werden. Selbst wenn uns bald der Einstieg in die Klimapolitik gelingt, sind negative Emissionen unverzichtbar. Wenn man das 1,5-Grad-Ziel erreichen wollte, wie es etwa einige besonders vom Klimawandel bedrohte Staaten fordern, würde diese Option noch wichtiger werden.

Sind negative Emissionen nicht eine Utopie?
Negative Emissionen werden in der Öffentlichkeit gelegentlich als spinnerte Idee verzweifelter Wissenschaftler dargestellt, die ihre Szenarien irgendwie auf eine Zielerreichung hinbiegen wollen. Aber Aufforstung ist bereits eine verfügbare klimapolitische Option und hat mit Spinnerei nichts zu tun. Durch fortgeschrittene Methoden der Bioenergie-Nutzung ergeben sich in Kombination mit Carbon Capture and Storage (CCS) neue Möglichkeiten, die man nicht ungenutzt lassen darf. CCS funktioniert bereits heute, auch wenn das Thema in Europa nicht sonderlich beliebt ist. Die Herausforderung ist, das Verfahren im industriellen Maßstab zu skalieren und wirtschaftlich zu machen.

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