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03.12.2015

14:06 Uhr

Klimaschutz

Autofahrt mit Zertifikat

VonKlaus Stratmann, Daniel Delhaes

Mit der VW-Diesel-Affäre werben Experten, den Verkehr in den Emissionshandel einzubeziehen, denn das geltende Grenzwertsystem habe eine Reihe von Schwächen. Die Vorschläge sind umstritten.

Das geltende Grenzwertsystem hat eine Reihe von Schwächen, sagen Experten: Es ziele nur auf Neuzulassungen, der Bestand und damit auch viele ältere Pkw, die oft mehr verbrauchten, blieben unberücksichtigt - ebenso die Fahrweise der Nutzer. dpa

Das geltende Grenzwertsystem hat eine Reihe von Schwächen, sagen Experten: Es ziele nur auf Neuzulassungen, der Bestand und damit auch viele ältere Pkw, die oft mehr verbrauchten, blieben unberücksichtigt - ebenso die Fahrweise der Nutzer.

BerlinKanzlerin Angela Merkel gehört zu den Fans des europäischen Emissionshandelssystems (ETS). Beim Klimagipfel in Paris lobte sie das System als "unbestechliches Instrument", für das sie "eine sehr gute Zukunft" sehe - weltweit. Auch ihre Partei, die CDU, hat das System für sich entdeckt. Auf ihrem Bundesparteitag Mitte Dezember sollen die Delegierten einen Antrag beschließen, wonach sich die CDU dafür einsetzt, "einen möglichst wirkungsvollen und umfassenden Handel (international und sektorübergreifend) von Emissionszertifikaten zügig auf den Weg zu bringen".

Derzeit hat der Emissionshandel noch eine große Schwäche: Er betrifft nur den Energiesektor und die Industrie. Die Bereiche Gebäude, Verkehr und Landwirtschaft, die fast die Hälfte der CO2-Emissionen ausmachen, sind nicht erfasst. Das soll sich nicht nur nach dem Willen der Kanzlerin und der CDU ändern.

Jürgen Hacker, Vorsitzender des Bundesverbandes Emissionshandel und Klimaschutz (BVEK), setzt sich seit Jahren dafür ein, zumindest den Verkehrssektor einzubeziehen, um das Ziel zu erreichen, die Treibhausgasemissionen in Deutschland wie geplant bis 2020 um 40 Prozent zu senken.

Beim Emissionshandel muss jeder Teilnehmer für die Emission einer Tonne Kohlendioxid ein Zertifikat nachweisen. Laut Hacker würden die Mineralölkonzerne für die von ihnen in den Handel gebrachten Kraftstoffe Emissionszertifikate nachweisen müssen. Der Kraftstoffpreis steige so um etwa zwei Cent je Liter.

Die wichtigsten Unternehmen im Bereich Erneuerbarer Energien

Platz 8: Sinovel

Um das Jahr 2011 gehörte Sinovel lange zu den größten Windkraftanlagenherstellern der Welt. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der chinesische Konzern einen Umsatz in Höhe von 484 Millionen US-Dollar.

Quelle: Statista.com

Platz 7: Renewable Energy

Die Renewable Energy Corporation ist bereits seit 1994 für Photovoltaik-Module tätig. Der Solarmodulhersteller aus Norwegen hat im Jahr 2013 einen Umsatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar gemacht.

Platz 6: Solarworld

Bei dem angeschlagenen deutschen Konzern Solarworld scheint es wieder besser zu laufen. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der in Bonn ansässige Solarstromtechnologiekonzern einen Umsatz von rund 573 Millionen US-Dollar.

Platz 5: Shunfeng International Clean Energy

Die Shunfeng International Clean Energy aus China ist ein im alternativen Energiebereich führender Lösungsanbieter. Der Umsatz des Konzerns lag 2014 bei 768 Millionen US-Dollar.

Platz 4: Ming Yang

Im Bereich Windkraftanlagenhersteller gibt es eine Reihe von unterschiedlich strukturierten Unternehmen. Ming Yang aus China ist seit 2006 aktiv. Der Konzern hat im Jahr 2014 den Umsatz auf rund 779 Millionen US-Dollar gesteigert.

Platz 3: First Solar

Der US-amerikanische Solarriese will in Zukunft mit Sunpower gemeinsame Sache machen und eine neue Firma gründen. Bis dahin verdient First Solar gut: Im Jahr 2014 wurde ein Umsatz in Höhe von 2,79 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Platz 2: Enercon

Enercon steigerte 2013 seinen Umsatz auf 4,88 Milliarden US-Dollar. Der Windkraftanlagenhersteller aus Aurich will ab dem ersten Quartal sein Wartungskonzept zunächst in Deutschland umstellen. Die Umstellung soll vor allem Kosten sparen.

Platz 1: Vestas

Der Weltmarktführer für Windräder hat 2014 den meisten Umsatz gemacht – 6,91 Milliarden US-Dollar. Zuletzt meldete das dänische Unternehmen Probleme mit Mitarbeitern, die mithilfe überhöhter Rechnungen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben könnten.

Das System soll Anreize schaffen, Energie effizient zu verbrauchen. Die Menge an Zertifikaten wird Jahr für Jahr entsprechend den politisch beschlossenen Reduktionszielen gekürzt. So lässt sich die Emissionsmenge planen - allerdings nicht in den Sektoren, die nicht am Emissionshandel teilnehmen. Dort gelten dann etwa Grenzwerte, derentwegen Volkswagen zuletzt mit Software seine Fahrzeuge manipuliert hat, um diese Werte einzuhalten. Ein Regelwerk nach Spritverbrauch wäre da eine Alternative.

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