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03.12.2015

12:12 Uhr

Skitourismus

Im weißen Rausch der Kunstschneekanonen

VonBenjamin Wagener

Der Klimawandel bedroht den Skitourismus. Hightech soll die Kommunen retten. Doch es geht um die Frage, ob sich Millioneninvestitionen in Seilbahnen und Lifte, in Schneekanonen und Speicherseen überhaupt noch lohnen.

Der Hang voller Schnee, die Landschaft grün? Daran müssen sich Wintersportler wegen des Klimawandels gewöhnen. AFP

Der Hang voller Schnee, die Landschaft grün? Daran müssen sich Wintersportler wegen des Klimawandels gewöhnen.

DüsseldorfEin Helles vor sich auf dem rauen Holztisch, in der Hand eine Zigarette, blickt Helmut Waller, der hagere Wirt der Walleralm nach Osten, auf die Bergstation des Schlepplifts Rosengasse und den dahinterliegenden Sudelfeldkopf. Den Bergsee, der sich 100 Meter unterhalb seines Wirtshauses in eine Senke schmiegt, den sieht der 52-Jährige nicht. "De Gäste song: Wos hom denn alle? Der See bassd doch guad dahin", sagt der Mann, der den Berggasthof mittlerweile in der dritten Generation führt.

Das Gewässer unterhalb der Walleralm in den Voralpen über Bayerischzell ist künstlich. Angelegt vor etwas mehr als einem Jahr, soll er mit seiner bis zu 40 Meter hohen Staumauer im Winter die Schneekanonen für Deutschlands größtes zusammenhängendes Skigebiet mit Wasser versorgen: das traditionsreiche Sudelfeld.

Doch der See ist hoch umstritten. Der Deutsche Alpenverein (DAV) klagte sogar erstmals in seiner Geschichte. Der Umweltverband wollte klären, was mehr zählt: wirtschaftliche Interessen oder Umweltschutz. Der Konflikt fördert das grundsätzliche Dilemma zutage, vor dem der gesamte Alpenraum steht. Das Klima verändert sich, die Temperaturen steigen - und nehmen dem Skisport seine Grundlage: den Schnee.

Die wichtigsten Unternehmen im Bereich Erneuerbarer Energien

Platz 8: Sinovel

Um das Jahr 2011 gehörte Sinovel lange zu den größten Windkraftanlagenherstellern der Welt. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der chinesische Konzern einen Umsatz in Höhe von 484 Millionen US-Dollar.

Quelle: Statista.com

Platz 7: Renewable Energy

Die Renewable Energy Corporation ist bereits seit 1994 für Photovoltaik-Module tätig. Der Solarmodulhersteller aus Norwegen hat im Jahr 2013 einen Umsatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar gemacht.

Platz 6: Solarworld

Bei dem angeschlagenen deutschen Konzern Solarworld scheint es wieder besser zu laufen. Im Jahr 2014 erwirtschaftete der in Bonn ansässige Solarstromtechnologiekonzern einen Umsatz von rund 573 Millionen US-Dollar.

Platz 5: Shunfeng International Clean Energy

Die Shunfeng International Clean Energy aus China ist ein im alternativen Energiebereich führender Lösungsanbieter. Der Umsatz des Konzerns lag 2014 bei 768 Millionen US-Dollar.

Platz 4: Ming Yang

Im Bereich Windkraftanlagenhersteller gibt es eine Reihe von unterschiedlich strukturierten Unternehmen. Ming Yang aus China ist seit 2006 aktiv. Der Konzern hat im Jahr 2014 den Umsatz auf rund 779 Millionen US-Dollar gesteigert.

Platz 3: First Solar

Der US-amerikanische Solarriese will in Zukunft mit Sunpower gemeinsame Sache machen und eine neue Firma gründen. Bis dahin verdient First Solar gut: Im Jahr 2014 wurde ein Umsatz in Höhe von 2,79 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Platz 2: Enercon

Enercon steigerte 2013 seinen Umsatz auf 4,88 Milliarden US-Dollar. Der Windkraftanlagenhersteller aus Aurich will ab dem ersten Quartal sein Wartungskonzept zunächst in Deutschland umstellen. Die Umstellung soll vor allem Kosten sparen.

Platz 1: Vestas

Der Weltmarktführer für Windräder hat 2014 den meisten Umsatz gemacht – 6,91 Milliarden US-Dollar. Zuletzt meldete das dänische Unternehmen Probleme mit Mitarbeitern, die mithilfe überhöhter Rechnungen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben könnten.

Es geht um die Frage, ob sich Millioneninvestitionen in Seilbahnen und Lifte, in Schneekanonen und Speicherseen angesichts dieser Entwicklung noch lohnen. Und um die Frage, ob es gerechtfertigt ist, Berge mit immer aufwendigeren technischen Anlagen zu malträtieren, um Mitte Februar doch auf abgetauten, braun-schwarzen Wiesen und Geröllwüsten zu sitzen. Fragen, auf die Seilbahngesellschaften, Lokalpolitiker und Tourismusverbände in den Alpen eine Antwort finden müssen.

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