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27.11.2015

13:31 Uhr

Solarthermie

Die Sonne scheint nicht mehr wie früher

VonLeonidas Exuzidis

Zu teuer, zu aufwendig, nicht rentabel genug: Der Absatz von Solarthermieanlagen ging zuletzt deutlich nach unten – das merken auch die Hersteller. Die Branche hofft nun auf eine Trendwende im neuen Jahr.

Die Sonne geht zwar nicht unter, aber die Solarthermiebranche erlebt einen echten Umschwung. Imago

Energie aus der Sonne

Die Sonne geht zwar nicht unter, aber die Solarthermiebranche erlebt einen echten Umschwung.

DüsseldorfDie deutsche Solarbranche lässt sich aktuell gut mit der Situation von André Schürrle vergleichen: Der Fußball-Weltmeister zeigt bei seinem neuen Verein VfL Wolfsburg gute Ansätze – es bleibt allerdings dabei. Sein volles Potenzial kann er nicht entfalten. Auch die vielen Vorteile von Solarenergie sind unbestritten, doch in der Branche entpuppt sich in der jüngeren Vergangenheit ein negativer Trend.

Besonders der Markt für Solarwärmeanlagen, die Sonnenenergie in Wärme umwandeln, ist seit 2008 stets rückläufig. Solarthermie ist für Hausbesitzer eine Option, erneuerbare Energien in die Warmwasser- und Wärmeversorgung von Gebäuden zu integrieren. Photovoltaik hingegen gewinnt durch Sonneneinstrahlung elektrischen Strom. Durch sogenannte Sonnenkollektoren wird bei der Solarthermie die Wärme gewonnen, die anschließend ins Wasser- und Heizsystem gelangt. Im Idealfall spart man bis zu 20 Prozent der Heizkosten und bis zu 60 Prozent der Kosten für warmes Wasser.

Einzig: Diese Form der Heizungsunterstützung trifft bei den Deutschen auf wenig Gegenliebe. Derzeit existieren nach Berechnungen den Branchenverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) rund zwei Millionen Solarwärmeanlagen in der Bundesrepublik.

Zwar hat sich der Markt deutlich entwickelt – zur Jahrtausendwende waren es noch knapp 265.000 Anlagen –, doch der Zubau an Solarwärmesystemen ging seit 2008 deutlich zurück. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) wurden im Jahr 2014 ein Viertel weniger Anlagen produziert – für das Jahr 2015 rechnet man mit einem Minus von rund 13 Prozent.

Die größten Solarkonzerne der Welt

Platz 10: LDK Solar

Der chinesische Solarproduzent LDK Solar ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von sogenannten Wafern, die zum Bau von Solarmodulen gebraucht werden. Die Firma, die 2015 ein Insolvenzverfahren beendete, erwirtschafte im Jahr 2014 einen Umsatz in Höhe von 680 Millionen Dollar.

Quelle: Statista, Unternehmen

Platz 9: Solarworld

Noch vor zwei Jahren stand Solarworld vor dem Zusammenbruch. Nun scheint sich das deutsche Unternehmen wieder berappelt zu haben. Der Umsatz 2014 betrug 697 Millionen Dollar.

Platz 8: SMA

Ende Januar 2015 verkündete SMA Solar aus Kassel die umfangreichste Personal-„Anpassung“ in der Geschichte des Unternehmens. Hunderte Stellen wurden gestrichen. 2014 machte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 978 Millionen Dollar.

Platz 7: Yingli

Insgesamt ist der Absatz von Yingli Solar, auch Yingli Green Energy Holding Company, im Jahr 2014 gestiegen, doch der Umsatz war leicht rückläufig. Der chinesische Konzern erzielte einen Umsatz in Höhe von 2,08 Milliarden Dollar.

Platz 6: Trina Solar

Der chinesische Hersteller von Wafer- und Solarzellen hat den Umsatz 2014 gesteigert auf 2,28 Milliarden Dollar.

Platz 5: Sunedison

Dem Unternehmen geht es nicht besonders gut: 2015 kündigte Sunedison an, in Zukunft mehr als 1000 Stellen abzubauen. 2014 erwirtschaftete das US-Photovoltaik-Unternehmen 2,84 Milliarden Dollar Umsatz.

Platz 4: Sharp Solar

Das Geschäftsjahr von Sharp Solar endet immer zum 31. März. 2013/2014 erlöste der japanische Konzern 2,52 Milliarden Dollar.

Platz 3: Canadian Solar

2011 ist Canadian Solar in das Sport-Sponsoring der Fußball-Bundesliga eingestiegen und sponsert seitdem die Vereine Hannover 96 und 1. FC Nürnberg. Der Umsatz des Solarmodule-Herstellers lag 2014 bei 2,96 Milliarden Dollar.

Platz 2: Sunpower

Das Jahr 2014 war erfolgreich für Sunpower: Das US-Unternehmen hat erstmals in seiner Geschichte innerhalb eines Jahres mehr als 3 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 1: First Solar

Den größten Umsatz erzielte 2014 der auf Dünnschicht-Technologie spezialisierte US-Solarkonzern Firts Solar. Der Umsatz stieg leicht um 2,4 Prozent auf 3,39 Milliarden Dollar.

Das fehlende Interesse der Gesellschaft macht sich auch bei den Produzenten bemerkbar: Der Heiztechnikkonzern Vaillant hat etwa jüngst angekündigt, Solarkollektoren ab 2018 nur noch im französischen Nantes zu produzieren. Das Vaillant-Werk mit rund 200 Mitarbeitern in Gelsenkirchen, in dem diese Kollektoren ebenfalls produziert werden, schließt dann aufgrund rückläufiger Absatzzahlen. „Die Marktnachfrage können wir mit nur einer Anlage bedienen“, so Vaillant.

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