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11.11.2015

20:46 Uhr

Umweltpolitik

Wie dreckig ist China?

VonStephan Scheuer

In China schnürt der Smog den Menschen den Atmen ab. Nun will der Umweltsünder zum grünen Vorreiter werden. Vor dem Klimagipfel in Paris setzt sich Peking ambitionierte Ziele. Der Härtetest steht aber noch bevor.

In China werden wieder Smog-Rekordwerte gemessen. dpa

Smog in China

In China werden wieder Smog-Rekordwerte gemessen.

PekingChina plant eine grüne Zukunft. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt soll auf einen nachhaltigen Wachstumspfad geführt werden. Die Umwelt soll geschützt und Ressourcen nicht mehr bedingungslos ausgebeutet werden. Das ist ein nobler Plan, und die Regierung hat bereits einige Schritte in die richtige Richtung unternommen. Aber die größte Belastungsprobe für Peking steht noch aus.

China hat sich vom Turbowachstum der vergangenen Jahre verabschiedet. „Neue Normalität“ nennt Präsident Xi Jinping das neue Modell. Mindestens 6,5 Prozent soll die Volksrepublik in den kommenden fünf Jahren wachsen, hat Xi angekündigt. Das ist deutlich weniger als in den Jahren zuvor, aber die Volksrepublik ist auch ein größeres Land und Wachstum lässt sich nur schwer über lange Zeit auf so hohem Niveau halten.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Wichtig ist jedoch die Frage, wie Peking reagiert, falls das Wachstum deutlich unter die Marke von 6,5 Prozent fallen sollte. Hier geht es nicht nur um Konjunkturprogramme. Sondern es geht auch um die Frage, wie wichtig eine ökologische Wende im Verhältnis zu wirtschaftlichem Wachstum ist. Hält die Zentralregierung ihre strengen Umweltvorschriften aufrecht, wenn das den Verlust vieler Arbeitsplätze bedeuten sollte?

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