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06.10.2015

10:36 Uhr

Vattenfall

Greenpeace will Braunkohle-Kraftwerke kaufen

Mit einem ungewöhnlichen Ziel hat Greenpeace das Braunkohlegeschäft von Vattenfall im Fokus: Die Umweltschutzorganisation will CO2-Emissionen senken – und zwar, indem sie das Geschäft selbst aufkauft.

Das Braunkohlekraftwerk steht ebenfalls zum Verkauf. dpa

Braunkohlekraftwerk Jänschwalde

Das Braunkohlekraftwerk steht ebenfalls zum Verkauf.

StockholmDer schwedische Energiekonzern Vattenfall hat einen unerwarteten Kaufinteressenten für sein Braunkohlegeschäft in Deutschland gefunden: die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Greenpeace Schweden veröffentlichte am Dienstag auf seiner Website einen Brief an die US-Bank Citigroup, die von Vattenfall mit dem Verkauf beauftragt wurde.

„Wir werden mit Vattenfall ernsthaft über die Übernahme reden“, erklärte die Präsidentin von Greenpeace Schweden, Annika Jacobson. Greenpeace kenne sich gut aus mit den Zukunftsfragen des Energiemarktes und der Entwicklung der Klimapolitik.

Durch den Kauf wolle Greenpeace das Wachstum der Kohlebranche begrenzen, erklärte Greenpeace. Wenn das Braunkohlegeschäft an andere Käufer gehe, sei es „wahrscheinlich, dass fünf neue Minen öffnen“. Dies werde zu erheblichen CO2-Emissionen führen.

Braunkohle-Geschäft: Vattenfall wirbt um Bieter

Braunkohle-Geschäft

Vattenfall wirbt um Bieter

Vattenfall möchte sein Braunkohlegeschäft in Ostdeutschland dringend loswerden. Jetzt hat der schwedische Energiekonzern das Bieterverfahren eröffnet. 2016 soll der Verkauf über die Bühne gehen.

Der Konzern hatte am 22. September den Verkauf seines deutschen Braunkohlegeschäfts gestartet. Eine Vattenfall-Sprecherin sagte am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, es handele sich um einen „offenen Prozess“, in dem „jedes ernsthafte Angebot“ willkommen sei.

Den Angaben von Vattenfall vom September zufolge steht das gesamte Geschäft der Braunkohleverstromung und des Braunkohletagebaus in Deutschland zum Verkauf: die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, Boxberg und Block R der Anlage Lippendorf in Sachsen sowie die dazugehörigen Tagebaubetriebe in der Lausitz – insgesamt sind rund 8000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Auch zehn Wasserkraftwerke nicht weit vom Braunkohlerevier in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt stehen zum Verkauf. Der Energiekonzern, zu hundert Prozent im Staatsbesitz, hatte im vergangenen Oktober den Verkauf seines Braunkohlegeschäfts angekündigt – 2016 soll es dann so weit sein.

Hintergrund ist eine politisch gewollte Umorientierung nach dem jüngsten Machtwechsel in Schweden. Dort bilden Sozialdemokraten und Grüne seit knapp einem Jahr eine Minderheitsregierung.

Von

afp

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