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10.11.2015

13:20 Uhr

Medizinische Versorgung

Wenn der Boss die Chefarztvisite spendiert

VonFlorian Flicke

Investment in eine gesunde Belegschaft: Angesichts der alternden Belegschaft wird die Gesundheitsversorge zum Thema. Mit Angeboten zur betrieblichen Krankenversicherung wollen Mittelständler neue Mitarbeiter ködern.

Eine Ärztin hält ihr Stethoskop in ihrer Faust: Mitarbeiter von Mittelständlern bekommen immer häufiger Angebote zur Gesundheitsvorsorge von ihren Chefs. dpa

Arzt

Eine Ärztin hält ihr Stethoskop in ihrer Faust: Mitarbeiter von Mittelständlern bekommen immer häufiger Angebote zur Gesundheitsvorsorge von ihren Chefs.

DüsseldorfDie privaten Krankenversicherer erleben ihre ganz eigene Frischzellenkur. Während das Neugeschäft mit Volltarifen massiv leidet, floriert der Absatz privater Zusatzverträge. Dabei setzen DKV, Debeka und Co. nicht nur auf individuell abgeschlossene Verträge für besseren Zahnschutz oder die Vorzugsbehandlung im Krankenhaus. Große Stücke halten die Assekuranzen auch auf die betriebliche Krankenversicherung, kurz: bKV.

Die bKV hat nach Meinung von Christoph Laarmann, Mitglied der Vorstände der Barmenia Versicherungen, „zwar nicht das Zeug, das gesunkene Neugeschäft bei den privaten Vollversicherungen wettzumachen“. Doch er erkennt wie viele eine „Chance für Cross-Selling“.

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass sich Arbeitgeber und ihre Beschäftigten fürs bKV-Angebot erwärmen. Erstens können und wollen sich immer weniger Beschäftigte einen privaten Vollvertrag leisten. Zweitens wird das Thema Gesundheitsprävention angesichts der alternden Belegschaft für die Bosse immer entscheidender. Laut „BKK Gesundheitsreport 2014“ gab es im Vorjahr satte fünf krankheitsbedingte Fehltage pro Mitarbeiter mehr als 2006. Die bKV stellt eine „sinnvolle betriebliche Sozialleistung dar“, meint Walter Botermann, Vorstandsvorsitzender Alte Leipziger-Hallesche Konzern. „Das steigert nicht nur die Attraktivität des Unternehmens im Wettbewerb um Fachkräfte, sondern ist gleichzeitig auch ein Investment in eine gesunde Belegschaft“, wirbt er.

Bei vielen Tarifen, die Vorsorge-Checks, Tagegeld, Zahnleistungen oder Zusatzschutz im Krankenhaus bieten, übernimmt der Arbeitgeber die volle Prämie. Mitunter zahlen die Beschäftigten die Prämien für sich und ihre Angehörigen teils oder gar komplett aus der eigenen Tasche. Billiger als der Abschluss eigener Zusatzpolicen ist der Kollektivvertrag allemal.

„Die Beschäftigten profitieren von Gruppenrabatten, im Schnitt rund fünf Prozent“, erklärt Michael Kurtenbach, Vorstandschef der Gothaer Krankenversicherung und der Gothaer Lebensversicherung. „Dazu kommt ein erleichterter Zugang zum Tarif in Form einer – je nach Kollektivgröße – vereinfachten bis ganz entfallenden Gesundheitsprüfung.“

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