Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2008

12:36 Uhr

„Technologie Pioniere 2008“

Sternchen mit Star-Ambitionen

VonJens Koenen

Der Titel verpflichtet - zum Erfolg. Wenn sich die 39 von einer erlesenen Jury ausgewählten "Technologie Pioniere 2008" in den nächsten Tagen in Davos dem prominenten Publikum vorstellen, sind die Erwartungen groß. Schließlich haben frühere Preisträger die Messlatte hoch gehängt, gewaltig hoch.

Jan Erik Solem, Polar Rose, Schweden. Foto: Polar Rose

Jan Erik Solem, Polar Rose, Schweden. Foto: Polar Rose

Der Suchmaschinen-Riese Google trug einst diesen Titel, der jedes Jahr zum Weltwirtschaftsforum vergeben wird. Die Browserfirma Mozilla ebenso und auch der Firmensoftware-Spezialist Business Objects, der derzeit von der deutschen SAP geschluckt wird.

Doch verstecken müssen sich die diesjährigen Preisträger nicht. Das zeigt der Blick in die Liste der Namen sehr schnell. Zwar dürften die allermeisten einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sein. Dafür aber die Probleme um so mehr, die viele der Jungunternehmen gelöst haben, und zwar mit durchaus einfachen aber nicht minder eindrucksvollen Technologien und Ideen.

Wie etwa die Suche nach Fotos und Bildern im weltumspannenden Computernetz. Die hat Jan Erik Solem , den Gründer des schwedischen Unternehmens Polar Rose, schon länger genervt. Bislang muss, wer verschiedene Photos eines bekannten Künstlers oder Wissenschaftlers sucht, diese über die möglichst intelligente Fütterung einer Suchmaschine wie etwa Google machen. Solem hat eine Technologie auf den Markt gebracht, die es erlaubt, durch einfaches Klicken auf ein Photo den Weg zu anderen passenden Bildern zu finden.

Als Ergänzung zum immer beliebter werdenen Internetzugangs-Programm Firefox gibt es das Werkzeug bereits. Demnächst, so hofft der Firmengründer, wird auch Microsoft die Technologie in seinen weit verbreiteten Browser einbauen. Das Geschäftsmodell von Polar Rose klingt vertraut: Die junge Firma hofft auf Werbeerlöse durch Anzeigen im Umfeld der Bildsuche. Ob die Rechnung aufgeht, Polar Rose vielleicht sogar einer der kommenden Googles ist, das weiß derzeit aber keiner.

Die Lösung eines Alltagsproblems - freilich eines von ganz anderer und weitreichender Dimension - hat sich das indische Start-Up Neurosynaptic auf die Fahne geschrieben. Im Heimatland des Gründers Sameer Sawarkar sind weite Teile der armen Bevölkerung auf dem Land von jeglicher medizinischer Versorgung abgeschnitten. Die Ärzte haben sich in den größeren Städten angesiedelt, für viele ein zu aufwändiger und teurer Weg.

Wo sonst wenn nicht hier könnte die Telemedizin Abhilfe schaffen, dachte sich Sawarkar. Und baute ein kleines, effizientes und vor allem erschwingliches Computersystem zur Ferndiagnose. Das kleine Messgerät mit dem Namen ReMeDi erfasst den Blutdruck, die Körpertemperatur, den Herzschlag sowie die Sauerstoffversorgung durch das Blut. Diese Werte landen zusammen mit der Schilderung der Beschwerden per Internet bei einen Vermittler, der sie an einen Arzt weiterleitet. Der kann dann eine erste Diagnose und Therapievorschläge unterbreiten.

Weniger als 500 Dollar kostet das System, angesichts von 50 Dollar für eine Vor-Ort-Beratung eine Investition, die sich pro Dorf schnell gerechnet hat. Mittlerweile hat Neurosynaptic die Technologie sogar schon nach Mexiko, Tunesien und auf die Philippinen exportiert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×