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15.01.2001

14:59 Uhr

Technologiesektor als treibende Kraft

Deutscher Investment-Trust rechnet mit Aufschwung bei Wachstumstiteln

Die Fondsgesellschaft der Dresdner Bank sieht im Börsenjahr 2001 Chancen für eine Trendumkehr bei Wachstumswerten.

Reuters FRANKFURT. Die Fondsgesellschaft der Dresdner Bank, Deutscher Investment Trust (dit), sieht im Börsenjahr 2001 Chancen für eine Trendumkehr bei Wachstumswerten. "Im neuen Jahr sollte es durchaus Wachstumschancen geben", sagte Hans-Jörg Naumer, Leiter Investor Information beim dit, am Montag in Frankfurt. Eine Trendwende hänge aber maßgeblich von der weiteren Entwicklung in den Bereichen Technologie und Biotechnologie ab. Dabei werde der Technologiesektor, der sich im vergangenen Jahr vom "Klassenbesten zum Sorgenkind" entwickelt habe, weltweit die treibende Kraft sein und sich gegenüber einer konjunkturellen Abkühlung in den USA als widerstandsfähig erweisen.

Naumer sagte bei der Vorstellung einer Analyse zu den Aussichten an den Wachstumsmärkten, die Zeit, in der Anleger "blind in einen Markt eingestiegen sind", sei vorbei. "Der Hype (Ansturm) vom letzten Jahr wird sich nicht wiederholen." Anleger, die bereits in Wachstumswerte investiert hätten, sollten Naumer zufolge ihr Engagement beibehalten. Dennoch müssten Investoren sich darüber bewusst sein, dass Segmente mit hohen Gewinnaussichten auch größere Risiken mit sich brächten. "Bei 30 % Rendite gibt es keine Einbahnstraße."

Kursrückgänge zum Jahresanfang erwartet

Mit einer Wende im Technologiesektor sei im zweiten Quartal zu rechnen, sagte Naumer. Bis dahin müsse ungeachtet der Zinssenkung durch die US-Notenbank Anfang Januar mit Kursrückgängen gerechnet werden. Im Biotechnologisektor hätten im Jahr 2000 mehr Medikamente als je zuvor Marktreife erlangt und auch für das laufende Jahr sei eine positive Entwicklung zu erwarten, begründete Naumer seine Einschätzung. Zur fundamentalen Verbesserung habe auch die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts geführt, die eigentlich erst für das Jahr 2005 erwartet worden sei. Weil dieser Wachstumsmarkt aber auch weiterhin maßgeblich von jungen Unternehmen geprägt werde, sei auch künftig von starken Schwankungen auszugehen.

Ahbängig von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und gestützt durch die solide wirtschaftliche Entwicklung in Kerneuropa sei auch bei anderen Wachstumstiteln mit einer nachaltigen Erholung zu rechnen. Der Aufschwung werde aber nicht vom gesamten Markt, sondern von zukunftsträchtigen Einzelwerten getragen.

Kinowelt und Singulus empfohlen

Die Bewertungsfaktoren vieler Werte hätten sich nach dem deutlichen Kursrutsch an den Wachstumsmärkten in Europa und den USA, gemessen am Verhältnis des Aktienkurses zum erwarteten Gewinn, deutlich verbessert und böten risikobewußten Anlegern wieder ein attraktives Einstiegsniveau. "Viele Werte sind verkauft worden, nur weil sie das Malus des Marktsegments trugen", sagte dit-Fondsmanager Joseph Schopf.

Der Fondsmanager rät bei Werten wie Kinowelt, Parsytec, GFT Technologies oder Singulus zum Einstieg. Die Aktie von Intershop ist nach Ansicht des Experten hingegen "für das erste kaputt". Aixtron oder Medion könnten dagegen die Rollen der ehemaligen Börsenlieblinge EM.TV und Intershop übernehmen, sagte Schopf. Noch greife das deutlich gefallene Zinsniveau nicht, da Markt nach den Geschehnissen um EM.TV und Intershop von Verwirrung und Angst geprägt sei. Wenn sich die Nerven beruhigt hätten, sollte aber wieder Geld in den Markt fließen, sagte Schopf. Bis Mitte 2001 sieht der Fondsmanager den alle Werte des Neuen Marktes umfassenden Nemax-All-Share bei 4500 Punkten. Derzeit steht er bei 2594 Zählern.

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