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05.02.2001

14:05 Uhr

Technologietitel und Telekomwerte notieren im Minus

Schwache Nasdaq belastet Eurolands Börsen

Händlern zufolge überwogen die Verluste besonders bei den "New-Economy-Werten".

rtr FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben am Montag Händlern zufolge unter den enttäuschenden Vorgaben der US-Börsen gelitten und mehrheitlich nachgegeben. Die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten hatten nach Angaben der Händler die US-Anleger verunsichert, da sie nicht den Erwartungen entsprochen hatten. So stieg die Arbeitslosenquote stärker als erwartet. In Europa reagierten Investoren am Montag vielerorts mit Umschichtungen in weniger konjunktursensitive Standardwerte, sagten Händler. Dabei überwogen Händlern zufolge die Verluste bei den "New-Economy-Werten".

An den US-Märkten hatte der technologielastige Nasdaq Composite Index am Freitag um 4,39 % auf 2660,5 Punkte nachgegeben. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte mit einem Minus von 1,09 % bei 10 864,10 Zählern geschlossen. Um 12.45 Uhr deutete der S&P-Futures mit einem Plus von 1,7 Zählern indes auf eine gut behauptete Eröffnung der Wall Street am Nachmittag hin. Der Nasdaq-Future notierte zur gleichen Zeit 9,5 % im Minus bei 2 479 Zählern.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen 12.45 Uhr um 0,17 % auf 4466 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,2 % auf 4655 Punkte nachgab.



London notiert im Minus - Zuwächse bei Öltiteln

An der Londoner Börse haben die schwachen Nasdaq-Vorgaben vom Freitag Händlern zufolge mehrheitlich für Kursverluste gesorgt. Der FTSE fiel 0,03 % auf 6255 Zähler. Duie Öltitel hätten hingegen von den steigenden Ölpreisen profitiert, sagten Händler. BP Amoco und Shell gewannen 2,21 % auf 600 Pence beziehungsweise 3,23 % auf 575 Pence hinzu. Die Aktien des Bergbaukonzerns Rio Tinto verbuchten Kurszuwächse von 0,9 %, nachdem das Unternehmen erfreuliche Gewinnzahlen vorgelegt hatte. Belastet wurde das Börsenbarometer hingegen unter anderem von Vodafone, die rund einen Prozent auf 231 Pence nachgaben.

Zürich zeigt eine uneinheitliche Tendenz

Die Schweizer Börse hat am Montag uneinheitlich und insgesamt kaum verändert notiert. Der SMI Index zog leicht um 0,25 % auf 8027,8 Punkte an. Händlern zufolge führten die starken Verluste an der US-Technologiebörse Nasdaq erneut zu einer uneinheitlichen Tendenz. Leichter tendierten die Technologiewerte, etwas fester dagegen zeigten sich defensive Werte. Standardwerte wie Nestle und Roche profitierten von der Zurückhaltung gegenüber konjunktursensitiven Werten, sagten Händler. Roche stiegen 0,6 % auf 15 190 sfr. Zyklische Titel wie ABB und Sulzer sowie einige Chemiewerte gaben leicht nach. SAirGroup stiegen 2,33 % auf 241 sfr.



Paris verharrt auf Vortagsniveau - France Telekom im Blick

In Paris pendelte das Börsenbarometer im Laufe des Vormittags um sein Vortagesniveau. Der CAC40 notierte am Mittag 0,25 % im Minus bei 5811 Zählern. Für die Schwankungen sorgten Händlern zufolge die stark gehandelten Papiere der France Telekom, die eine Anleihe von 3,3 Mrd. Euro emittiert hatten. Die Ausgabe der Anleihe verunsichere die Anleger, sagte ein Händler. Erwartet werde jedoch eine hohe Nachfrage nach dem Papier, die der Telekom-Aktie im weiteren Handelsverlauf zu Gewinnen verhelfen werde, hieß es. Der Wert notierte am Mittag 1,46 % im Minus bei 91,25 Euro. Verluste verzeichneten ferner Technologiewerte, wie unter anderen die Alcatel-Aktie, die 1,8 % auf 60,5 Euro abgab.



Börse Mailand weist Kursverluste aus

Die italienischen Aktienwerte wurden zum Wochenauftakt Händlern zufolge von den schwachen Vorgaben der Nasdaq belastet. Der Mib30 fiel bis zum Mittag 1,22 % auf 43,5 Zähler. Unter den US-Vorgaben litten insbesondere die Telekom - und Medienwerte. HdP verloren 2,72 % auf 4,58 Euro, nachdem der Unternehmensbereich Fila Holding Verluste im abgelaufenen Jahr angekündigt hatte. Alitalia gaben 1,5 % auf 2,045 Euro nach, nachdem der Chef der Fluggesellschaft am Freitag zurückgetreten war.



In Madrid belasten Telekom - und Techwerte

An der madrilenischen Börse haben die Aktienwerte nach anfänglichen Verlusten um das Vortagesniveau tendiert. Der Ibex notierte am Mittag 0,5 % im Minus bei 9796 Zählern. Angeführt wurden die Verlierer - vorwiegend Telekom - und Technologiewerte - von den Terra-Lycos-Aktien, die 5,32 % auf 14,76 Euro fielen. Im Vorfeld eines Vorstandstreffen der Stromriesen Endesa und Iberdrola verloren die Papiere der Versorgerunternehmen jeweils knapp einen Prozent. Händler rechnen damit, dass das Treffen weiteren Aufschluss über den Fortgang der geplanten Fusion geben werde.

Amsterdam: Umschichtung in Standardwerte

Die niederländischen Aktienwerte haben die Woche mit leichten Kurseinbußen begonnen. Gewinne unter den Standardwerten wurden Händlern zufolge von Verlusten der Technologiewerte zunichte gemacht. Die New-Economy-Werte seien von den schwachen Vorgaben der Nasdaq vom Freitag belastet, hieß es. Investoren schichteten daher in Standardwerte um. Philips Electronics büßten 2,09 % auf 38,47 Euro ein, ASM Lithography gaben 4,91 % auf 27,29 Euro ab. Der AEX büßte unterdessen 0,08 % auf 630,49 Zähler ein.



Lustloser Handel in Wien

Die Wiener Börse hat am Montag bei geringem Handelsvolumen gut behauptet tendiert. Händler klagten über lustlosen Handel und rechnen angesichts der beginnenden Ferienwoche mit einem eher ereignislosen Geschehen. "Es gibt keine Highlights", sagte ein Händler. Der ATX konnte bis zum Mittag 0,14 % auf 1130 Punkte zulegen. Etwas höhere Stück-Umsätze verzeichneten die Papiere der Telekom Austria, die 0,31 % leichter bei 6,4 notierten. Erste Bank hatten in einer Ersteinstufung Telekom Austria mit "Neutral" bewertet.



Aktien Brüssel behaupten sich: GBL im Aufwind

In Brüssel haben die Aktienwerte in einem richtungslosen Handel etwas zugelegt. Der Bel 20 stieg 0,34 % auf 3012,3 Zähler. Gekauft würden günstige Standardwerte, sagten Händler. Die stark gehandelten Papiere von Groupe Bruxelles Lambert (GBL), die einem Tausch seines 30-Prozent-Anteils an RTL gegen 25 % an Bertelsmann zugestimmt hatten, gewannen 8,7 % auf 268 Euro. Schwergewicht Fortis verloren 0,63 % auf 34,68 Euro, was Händler auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kurszuwächsen zurückführten. Vor der Bekanntgabe von Unternehmenszahlen am Mittwoch stiegen die Papiere des Chemiekonzerns Solvay 2,24 % auf 61,75 Euro.



Gewinnmitnahmen in Stockholm

Die Stockholmer Börse hat sich am Montag bei Gewinnmitnahmen schwach präsentiert. Der OMX fiel 1,8 % auf 1065,64 Zähler. Die Anleger reorganisierten ihre Portfolios, sagten Händler. Zudem sei der schwache Nasdaq-Schluss vom Freitag für eine allgemeine Kaufzurückhaltung verantwortlich. Kursverluste verbuchten auch die Telekomausrüster. Während Ericsson erneut 3,2 % auf 106 skr abgab, büßten Nokia einen Prozent auf 311 skr ein. Scribona, die ein Übernahmeangebot für die norwegische PC Lan abgegeben hatten, notierten unverändert bei 19 skr.

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