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19.01.2001

19:46 Uhr

Reuters FRANKFURT. Schwache Vorgaben von den US-Märkten haben am Freitag Händlern zufolge anfängliche Kursgewinne an den europäischen Börsen deutlich geschmälert und mehrheitlich zu tieferen Schlussständen geführt. Händler sagten, dass nach den jüngsten Ergebnissen einiger US-Technologieunternehmen mit einem festen US-Handel gerechnet worden sei. Insbesondere Besitzer von Technologiewerten reagierten auf die enttäuschenden Vorgaben mit Verkäufen.

An den US-Börsen löste Händlern zufolge ein Bericht über das Konsumentenverhalten der US-Bürger erneut Sorgen über ein starkes Abflauen des US-Wirtschaftswachstums aus. Der US-Standardwerteindex Dow Jones fiel bis zum Börsenschluss in Europa 1,06 % auf 10 565 Zähler, und der technologielastige Nasdaq-Index pendelte knapp über seinem Vortagesniveau bei 2774 Zählern. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor 0,64 % auf 4502 Punkte, der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab 0,69 % auf 4722 Punkte nach.



London: New-Economy-Titel gefragt

An der Londoner Börse notierte der FTSE-100-Index am Ende der Sitzung kaum verändert. Gefragt waren nach Angaben von Händlern die Technologie-, Medien, und Telekomwerte. Aus Furcht vor einer Verlangsamung der US-Konjunktur verließen die Anleger derzeit die Standardwerte und gingen in die Technologiebranche, sagten Händler. Eine schwache Eröffnung der Wall Street habe die Tendenz verstärkt. Der FTSE ging 0,01 % tiefer bei 6 209,3 Zählern aus dem Handel. Unter den großen Gewinnern waren die Aktien von Telekom-Ausrüster Marconi, die 5,37 % auf 782 2/5 Pence zulegten. Der Titel habe von dem guten Ausblick von Nortel profitiert, sagten Händler. ARM Holding gewannen zeitweise acht Prozent dazu, notierten am Ende jedoch nur 2,73 % höher. Pharmawert Astrazeneca verloren dagegen 3,54 %.



Zürich: Schwache Standardwerte

Abgaben in den defensiven Standardwerten und in Sulzer belasteten die Schweizer Börse. Händler sprachen von Umschichtungen aus den Standardwerten in Technologiewerte im In- und Ausland. Unter Verkäufen hätten vor allem Nestle, Novartis, Roche aber auch Swiss Re und vor allem Sulzer gelitten, sagte ein Händler. Sulzer und Sulzer Medica litten nach Angaben von Händlern unter einem Fernsehbericht, wonach Sulzer Hüftgelenke wegen möglichen Problemen zurückrufen müsse. Sulzer sackte um 5,6 % auf 1 156 sfr ab, und Sulzer Medica verbilligten sich 8,5 % auf 425 sfr. Der SMI weitete im Verlauf die Verluste stetig aus und schloss 0,93 % tiefer mit 7 862,4 Punkten. Der Verfall der Aktien- und Index-Optionen sei ruhig verlaufen, habe aber vereinzelt für volatile Kurse gesorgt, hieß es.

Paris: US-Vorgaben dämpfen Stimmung bei High-Techs

Schwache US-Vorgaben dämpften zum Wochenausklang nach Angaben von Händlern die anfänglich optimistische Stimmung der Anleger und führten die Pariser Börse auf einen tieferen Schlussstand. Der CAC40 verlor nach anfänglichen Gewinnen am Ende 0,25 % auf 5 845,73 Punkte. Alcatel, die zwischendurch hohe Kursgewinne verzeichneten, gingen nur noch 0,95 % im Plus bei 68,75 Euro aus dem Handel. Kräftige Verluste mussten die Danone-Aktien hinnehmen. Der Wert verbilligte sich 3,66 % auf 136,8 Euro. France Telecom gaben 1,4 % auf 95,05 Euro ab. Investoren blickten mit Spannung auf die Festlegung des Emissionspreises der Orange-Aktie am Montag, sagten Händler. Orange ist eine Tochter der France Telecom.



Mailand: Mib30 gibt geringfügig nach

Die italienischen Aktienwerte gaben im Laufe der Sitzung anfängliche Gewinne ab, was Händler auf schwache US-Vorgaben zurückführten. Der Mib30 schloss die Sitzung 0,57 % niedriger bei 44 469 Punkten. Telecom Italia bewegten sich parallel zum Börsenbarometer und gingen praktisch unverändert bei 13,41 Euro aus dem Handel. Seat Pagine Gialle rutschten gegen Börsenende nach einem vorangegangenen deutlichen Plus ins Minus. Die Aktie verbilligte sich 0,4 % auf 2,27 Euro.

Madrid: BSCH unter größten Verlierern

Die Aktienwerte an der Börse in Madrid verloren mehrheitlich an Wert. Der IBEX-Index ging 1,1 % tiefer bei 9955,5 Punkten aus dem Handel. Unter den größten Verlierern waren die Titel von Banco Santander Central Hispano mit einem Minus von 5,41 % auf 11,71 Euro. Befürchtet wird Händlern zufolge, dass die Gewinne der Bank vom Kauf der brasilianischen Bank Banespa belastet werden. Die Bank wies die Befürchtungen zurück. Kräftige Einbußen erlitten auch die Papiere von Tabakunternehmen Altadis, nachdem der Wert von der Europa-Portfolioliste der Bank ABN Amro genommen worden war. Die Aktie verbilligte sich 7,4 %. Die indexschwergewichtigen Telefonica gewannen dagegen 0,29 % auf 20,83 Euro.

Amsterdam: Standardwerte unter Druck

Die niederländischen Aktienwerte haben Kursverluste verzeichnet. Zugesetzt habe den Standardwerten die schwache Tendenz des US-Standardwerteindex Dow Jones, sagten Händler. Der AEX sank bis zum Ende der Sitzung 0,82 % auf 628,88 Punkte. Bei hohen Umsätzen gewannen dagegen die Technologie- und Telekomwerte. Die Titel von KPN Telecom schlossen 7,5 % höher bei 17,99 Euro. ASM Lithography gewannen 4,12 % auf 30,57 Euro. Gegen den Trend verbilligten sich die Papiere von Kabelbetreiber UPC um 4,62 % auf 13,41 Euro. Hintergrund seien enttäuschende Zwischenergebnisse und Herunterstufungen von zwei Investmentbanken, hieß es.



Wien: Telekom Austria leicht erholt

An der Wiener Börse haben sich leicht erholt. Die Papiere der Telekom Austria (TA), die am Vortag zeitweise rund acht Prozent nachgegeben hatten, kletterten bis zum Sitzungsende 2,73 % auf 6,02 Euro. "Heute sah es besser für TA aus, aber der Ausverkauf vom Vortag war gerechtfertigt", sagten Händler. Der ATX gewann 0,41 % auf 1 097,75 Zähler. BETandWIN setzten ihren Aufschwung vom Vortag fort und stiegen um 2,28 % auf 5,84 Euro. Auf der Verliererseite gaben Brau Union 2,25 % ab.



Brüssel: Real Software im Aufwind

In Brüssel schloss der Bel20-Index nach uneinheitlichen Kursverläufen leicht im Minus. Der Index verlor 0,23 % auf 2 959,45 Punkte. Starke Nachfrage verzeichneten die Technologiewerte, allen voran Real Software, die sich über 50 % auf 14,97 Euro verteuerten. Die großen Standardtitel litten Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen. Leicht abwärts ging es für Schwergewicht Fortis, das um 0,93 % auf 33,16 Euro nachgab.



Stockholm: Ericsson belasten den Markt

An der Stockholmer Börse verloren die Aktien ihre anfänglichen Gewinne und beendeten die Woche leichter. Händler begründeten den Umschwung mit neuen Zweifeln der Anleger, dass eine sanfte Landung in den USA gelingen werde. Der OMX-Index fiel 0,32 % auf 1 106,41 Punkte. Besonders belastet wurde das Börsenbarometer von den Titeln des Schwergewichtes Ericsson. Diese verloren bis zum Abend 2,11 % auf 116 skr. Auch Branchenmitstreiter Nokia gab 3,06 % auf 380 skr nach. Versicherer Skandia verbesserte sich nach Bekanntgabe ihrer Umsatzzahlen für Dezember um 7,5 skr auf 160 skr. Internetwert Framfrab verteuerte sich 8,7 % auf 17,5 Euro.

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