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24.01.2001

18:46 Uhr

Teilweise über den Erwartungen der Analysten

US-Pharmakonzerne mit zweistelligem Gewinnplus

Die US-Pharmakonzerne Pfizer und Bristol-Myers Squibb haben nach eigenen Angaben ihre Gewinne im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2000 prozentual jeweils zweistellig gesteigert und lagen damit teilweise über den Erwartungen der Analysten.

Reuters NEW YORK. Pfizer, der größte US-Pharmakonzern, teilte am Mittwoch mit, der Gewinn habe sich um 20 % auf 27 Cents je Aktie erhöht. Wettbewerber Bristol-Myers legte ebenfalls Viertquartalszahlen vor, denen zufolge der Gewinn je Aktie um elf Prozent auf 59 Cents je Aktie anwuchs. Branchenkenner hatten zuvor bei Pfizer ebenfalls mit einem Gewinn je Anteilsschein von 27 Cents gerechnet, für Bristol-Meyer sagten sie hingegen ein um einen Cent niedrigeres Ergebnis je Aktie voraus. Die Pfizer-Aktie lag am Nachmittag an der Wall Street unverändert gegenüber dem Vortagesschluss, während Bristol Myers Kursverluste verzeichneten.

Am Dienstag hatten bereits die US-Pharmakonzerne Merck & Co sowie Johnson & Johnson auf dem Rücken starker Umsätze mit verschreibungepflichtigen Arzneien zweistellige Gewinnzuwächse gemeldet.

Für 2001 plant Pfizer nun den Angaben zufolge ein Ergebnis je Aktie nach Sonderposten um die 1,27 $. Rund fünf Mrd. Dollar sollen laut Pfizer im Forschung und Entwicklung investiert werden. Beim Umsatz sei mit einem zweistelligen Wachstum zu rechen. Für das Jahr 2002 rechnet Pfizer nach eigenen Angaben mit einem Gewinnwachstum von 25 %. Pfizer war im vergangenen Jahr nach der Übernahme des Konkurrenten Warner Lambert zum größten US-Pharmahersteller aufgestiegen.

Der Konzern, auch bekannt für sein Potenzmittel Viagra, erwirtschaftete nach eigenen Angaben im vierten Quartal ein operatives Ergebnis von 1,76 Mrd. $ (umgerechnet 3,73 Mrd. DM), verglichen mit 1,47 Mrd. im Schlussquartal des Vorjahres. Vor allem die Umsätze des Anti-Cholesterin-Mittels Lipitor sowie des Arthritis-Medikaments Celebrex hätten zu dem Gewinnanstieg beigetragen, hieß es. Nach Sonderposten und fusionsbezogenen Aufwendungen fiel nach Unternehmensangaben der Nettogewinn indes um drei Prozent auf auf 1,42 Mrd. $.

Viagra für Frauen

Pfizer-Chef Henry McKinnel sagte unterdessen, frühestens in zwei Jahren werde das Potenzmittel Viagra auch für Frauen entwickelt sein: "Bei Frauen wirkt das Placebo in unseren Untersuchungen bislang beinahe gleich gut wie Viagra." Nach Unternehmensangaben stiegen im Schlussquartal die weltweiten Erlöse mit Viagra 37 % auf 380 Mill. $. Der Gesamtumsatz im Konzern einschließlich Sonderposten kletterte um acht Prozent auf 8,1 Mrd. $.

Bristol-Myers, der drittgrößte US-Pharmakonzern, verbuchte nach eigenen Angaben im Schlussquartal einen Reingewinn von 1,2 Mrd. $ (umgerechnet 2,52 Mrd. DM), verglichen mit 1,05 Mrd. $ im entsprechenden Vorjahresquartal. Der Pharmaproduzent begründete den Gewinnanstieg mit starken Umsätzen bei seinem Diabetes-Medikament Glucophage sowie beim Anti-Cholesterin-Mittel Pravachol. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um acht Prozent auf 5,5 Miliarden $. Mit seinem Krebsmittel Taxol verzeichnete der Pharmahersteller hingegen einen Umsatzrückgang von neun Prozent, nachdem der US-Patentschutz für die Arznei ausgelaufen war und das Produkt nun im Wettbewerb mit günstigeren Nachahmerprodukten (Generika) steht.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern nach eigenen Angaben mit einem Taxol-Umsätzen von etwa einer Milliarde $. 1999 hatte der Konzern mit der Arznei einen Umsatz von 1,6 Mrd. $ erwirtschaftet. Für das Diabetes-Produkt Glucophage mit weltweiten Umsätzen von 1,8 Mrd. $ im Jahr 2000 sei in der zweiten Jahreshälfte 2001 Konkurrenz durch Generika zu erwarten, teilte der Konzern weiter mit.

Medikament zur Behandlung von Schlaganfällen

Nach Veröffentlichung der Zahlen gab Bristol Myers ferner bekannt, Maxi-Post, ein noch in der klinischen Überprüfung befindliches Medikament zur Behandlung von Schlaganfällen, habe die letzte Testphase nicht bestanden. Nun sollen nach Unternehmensangaben weitere Tests im Sommer des laufenden Jahres erfolgen. Analysten hatten zuvor geschätzt, Maxi-Post könne im Konzern Jahresumsätze von rund 300 Mill. $ generieren.

Die Pfizer Aktie lag im Handelsverlauf unverändert gegenüber dem Vortagesschluss bei 42-7/8 $. In den vergangenen 52 Wochen hatte die Aktie die Titel der Wettbewerber im American Stock Exchange Pharmaceutical Index im Kursverlauf um rund fünf Prozent geschlagen. In diesem Zeitraum lag der Höchststand des Titels bei 49-1/4 $. Bristol Myers büßten im Verlauf hingegen 3,49 % auf 63-7/8 $ ein. In den vergangenen 52 Wochen pendelte die Aktie stets zwischen Kursen von 42 und 74 $.

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