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28.01.2002

13:21 Uhr

Terrorgruppe wirft Korrespondenten Spionage für CIA vor

US-Journalist in Pakistan offenbar entführt

Der vermisste Südasienkorrespondent des Wall Street Journal ist offenbar von der pakistanischen Terrororganisation "Nationale Bewegung zur Wiederherstellung der pakistanischen Unabhängigkeit" entführt worden.

sia WASHINGTON. Die US-Wirtschaftszeitung sowie mehrere Nachrichtenorganisationen erhielten gestern E-Mails mit Fotos des vermissten Journalisten Daniel Pearl. In dem Schreiben wirft die Terrorgruppe dem Reporter vor, für den US-Geheimdienstes CIA spioniert zu haben. Die Umstände, unter denen Pearl gefangen gehalten werde, seien vergleichbar mit denen, unter denen Staatsbürger Pakistans und anderer souveräner Staaten durch die US-Armee auf Kuba gefangenen gehalten werden. "Wenn die Amerikaner unseren Landsleuten bessere Umstände einräumen, werden wir auch die Umstände für Pearl und andere amerikanische Gefangene verbessern", so die Organisation in ihrem Schreiben.

Eine Freilassung Pearls knüpften die Entführer an die Bedingung, dass die pakistanischen Gefangenen von Kuba nach Pakistan zurückgebracht und der Justiz des eigenen Landes unterworfen werden. Hierbei beriefen sich die Entführer darauf, dass Pakistan Mitglied der internationalen Anti-Terror-Koalition sei. Alle Pakistanis, die in den USA "illegal durch das FBI gefangen gehalten werden", sollten Rechtsbeistand erhalten und ihre Familien sehen dürfen.

Der 38-jährige Pearl wird, wie am Freitag in einem Teil unserer Auflage berichtet, seit Mitte vergangener Woche vermisst. Er war für das Blatt ins pakistanische Karatschi gefahren, um dort Vertreter islamistischer Gruppen zu treffen. Am Mittwoch hatte er sich nicht wie üblich in der Redaktion zurückgemeldet. Ein Sprecher des Wall Street Journals sagte, man halte die Erpresserfotos für authentisch. Sowohl die Zeitung als auch der CIA betonten, der Korrespondent habe zu keinem Zeitpunkt für die US-Regierung, geschweige denn den Geheimdienst gearbeitet.

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