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22.03.2003

06:58 Uhr

"Terroristischen Aktivitäten" vorbeugen

Militärkreise bestätigen: Türkische Truppen rücken nach Irak vor

Eine türkische Kommando-Einheit von rund 1 500 Soldaten ist in der Nacht zum Samstag nach Angaben aus türkischen Militärkreisen nach Nordirak vorgerückt. Es könne sich um eine Vorhut für weitere Soldaten handeln, verlautete aus den Kreisen.

Mit dem Einmarsch türkischer Truppen im Nordirak könnte es zu einem Konflikt zwischen der Türkei und den USA kommen. Foto: dpa

Mit dem Einmarsch türkischer Truppen im Nordirak könnte es zu einem Konflikt zwischen der Türkei und den USA kommen. Foto: dpa

Reuters SILOPI. Der türkische Außenminister Abdullah Gül hatte kurz zuvor erklärt, türkische Truppen würden nach Nordirak vorrücken, um ein Eindringen von Flüchtlingen über die irakisch-türkische Grenze zu verhindern. Zudem solle "terroristischen Aktivitäten" vorgebeugt werden. Gül fügte hinzu, die Türkei habe keine territorialen Interessen in Irak.

Die Türkei hatten den USA für deren Krieg gegen Irak Überflugrechte eingeräumt. Ein US-Regierungssprecher sagte nach den Äußerungen Güls, die USA hätten dem Einrücken türkischer Truppen nach Nordirak nicht zugestimmt, es werde noch darüber beraten. Im Südosten der Türkei im Grenzgebiet zu Irak lebt eine starke kurdische Minderheit. Die Regierung in Ankara fürchtet um die eigene territoriale Integrität, sollte im Rahmen einer Regelung für die Zeit nach dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein ein eigenständiger Kurdenstaat auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Die Türkei hat bereits mehrere tausend Soldaten im Norden Iraks stationiert. Die dort lebenden Kurden lehnen die Anwesenheit des türkischen Militärs ab. Sie haben angekündigt, gegen die türkischen Truppen zu kämpfen, wenn diese in ihre selbstverwaltete Region vorrücken sollten, insbesondere, wenn dies ohne US-Truppen geschehen sollte. Nach der Errichtung der Flugverbotszonen im Süden und Norden Iraks durch die USA und Großbritannien nach dem Golf-Krieg 1991 haben die im Norden lebenden Kurden eine Selbstverwaltung eingerichtet.

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