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Afghanistan

Die Islamische Republik Afghanistan ist ein Binnenstaat in Asien und grenzt an Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China und Pakistan. Kabul ist die Hauptstadt. Die Regierung hat ein Präsidialsystem, die Verfassung gilt als eine der demokratischsten der islamischen Welt. Offizielle Währung ist der Afghani (AFN). Die Amtssprachen sind Paschtu und Dari (Persisch). Afghanistan wurde im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von den Briten besetzt. Russland und das Vereinigte Königreich hatten zeitgleich Interesse an der Eroberung des Landes. Die Briten wollten Afghanistan an Britisch- Indien angliedern. Den Konflikt zwischen Großbritannien und Russland um Zentralasien bezeichnet man als „The Great Game“. Großbritannien führte drei erfolglose Kriege gegen Afghanistan, die darin endeten, dass die afghanischen Diplomaten unter Amanullah Khan damit drohten, sich Russland weiter anzunähern. Seit 1919 ist Afghanistan unabhängig. Fast die gesamte Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. Etwa vier von fünf Afghanen sind hanafitische Sunniten und ein Fünftel sind imamitische Schiiten. 2001 zogen die USA gegen Afghanistan in den Krieg – mit dem Ziel, die seit 1996 herrschende Regierung der Taliban zu stürzen und die Terrororganisation al-Qaida zu bekämpfen. Im Auftrag der Vereinten Nationen (UN) wurden auch Truppen der Deutschen Bundeswehr eingesetzt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Afghanistan. Touristen sind vor allem der Gefahr durch Entführungen oder Attentaten ausgesetzt. Afghanistan hat ein sehr schlechtes Gesundheitssystem. Hier gibt es eine der höchsten Mutter-Kind-Sterblichkeitsraten der Welt: Viele Frauen sterben, weil Schwangerschaft und Geburt nicht von medizinischem Fachpersonal begleitet werden. Etwa eins von vier Kindern stirbt vor Erreichen des fünften Lebensjahrs. Während der Regierung der Taliban von 1996 bis 2001 wurden Frauen unterdrückt. Sie waren gezwungen, sich in der Öffentlichkeit mit einer Burka vollständig zu verschleiern und durften nur mit männlicher Begleitung das Haus verlassen. Davon waren grundsätzlich auch Arztbesuche betroffen, sodass Krankheiten oft unbehandelt blieben. Frauen durften nicht arbeiten und ab dem achten Lebensjahr keine Schule besuchen. Ihnen drohte die Todesstrafe, wenn sie gegen das Gesetz Schulen im Untergrund besuchten. Zudem wurde Frauen der Zugang zu Medien genommen. Auch der Kontakt zu Männern außerhalb der eigenen Familie war streng untersagt.

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