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05.02.2001

12:07 Uhr

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Thomas Middelhoff: Der Allianzen-Manager

Der Vorstandschef der Bertelsmann AG, Thomas Middelhoff (47), amtiert seit Oktober 1998. Davor war er in dem Unternehmen Vorstand für Multimedia und strategische Planung.

dpa HAMBURG. 1995 vereinbarte er für einige hundert Millionen DM eine Partnerschaft mit America Online (AOL), die zum größten Geschäft in der Bertelsmann-Geschichte werden sollte.

1999 verhandelte er mit AOL-Chef Steve Case eine Fusion beider Unternehmen, doch der Gründer der Bertelsmann AG, Reinhard Mohn, verweigerte dem Zusammengehen mit dem größeren Partner AOL die Zustimmung. So wurde die Verbindung nach der Fusion AOL/Time im Frühjahr 2000 gelöst und Bertelsmann erhielt für seine Beteiligung an AOL Europa rund 13 Milliarden DM.

Seit 1995 verhandelte Middelhoff an der Neuordnung des Fernsehgeschäfts. Obwohl mit 37,5 Prozent an RTL beteiligt, hatte Bertelsmann dort wenig zu bestellen. Middelhoff gelang es zunächst, Beteiligungen anderer deutscher Medienunternehmen (Burda und F.A.Z.) an RTL zu kaufen und mit der WAZ-Gruppe eine Allianz zu schmieden. Das war die Voraussetzung für die Fusion mit dem RTL-Mehrheitsgesellschafter, der Luxemburger CLT.

CLT-Mehrheitsgesellschafter Albert Frère vertraute Middelhoff, ging mit ihm zusammen die Fusion mit der britischen Pearson TV ein und übertrug Bertelsmann auch die unternehmerische Führung der neuen RTL Group. Fernsehen wird nun ein zentrales Feld für Bertelsmann. Aus dem Anfangsinvest 1984 ins deutsche Privatfernsehen von rund 500 Millionen DM ist eine komfortabele Mehrheit von 67 Prozent an einem europäischen TV- und Radiounternehmen geworden, das eine Marktkapitalisierung von 14,2 Milliarden Euro (28 Milliarden DM) besitzt. «Wir haben uns im TV-Geschäft endgültig durchgesetzt», konstatiert Middelhoff jetzt zufrieden.

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