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27.01.2003

15:16 Uhr

Tiefbohrwerkzeuge verkauft

Waffengeschäfte: Ermittlungen in drei neuen Fällen

Wegen illegaler Waffengeschäfte mit dem Irak hat die Staatsanwaltschaft Mannheim in drei weiteren Fällen Ermittlungen aufgenommen. Einen entsprechenden Bericht des ARD-Magazins "Report München" bestätigte ein Behördensprecher am Montag in Mannheim. Vor dem Landgericht läuft derzeit der Prozess gegen zwei deutsche Geschäftsleute, die das Irak-Embargo umgangen haben sollen.

HB/dpa MANNHEIM. Einer der neuen Fälle stehe in Zusammenhang mit diesem Prozess, berichtete der Sprecher. Die beiden anderen Fälle hätten nichts damit zu tun.

Angeklagt sind in dem Prozess ein 59 Jahre alter Ingenieur, der zuletzt in Pforzheim lebte, und ein 54-jähriger ehemaliger Vertriebsleiter einer Firma aus dem niedersächsischen Achim. Die beiden sollen zusammen mit zwei Komplizen unter anderem mit Tiefbohrwerkzeugen im Wert von rund 200 000 ? gehandelt haben. Mit dem Werkzeug kann nach Expertenangaben ein zehn Meter langes Artillerie-Geschützrohr für ABC-Munition gebohrt werden. Die Lieferung erfolgte jeweils über Jordanien. An diesem Dienstag sollen die Plädoyers gesprochen werden.

Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hatte erst vergangene Woche mitgeteilt, dass auch an Iran unerlaubt Tiefbohrwerkzeuge zur militärischen Nutzung geliefert worden sein sollen. In Verdacht stehen Mitarbeiter der Firma aus Niedersachsen, die auch das Irak- Embargo umgangen haben soll.

Die Hauptangeklagten hatten zum Prozessauftakt vor dem Landgericht erklärt, nicht gewusst zu haben, dass mit den gelieferten Werkzeugen Waffen hergestellt werden können. Das Urteil wird am 31. Januar erwartet.

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