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12.02.2002

09:17 Uhr

Tiefrote Zahlen

Intershop kündigt weitere Entlassungen an

Trotz einer drastischen Schrumpfkur mit dem Rückzug aus den USA hat sich die Krise beim Jenaer Software-Konzern Intershop weiter verschärft.

Foto: ap

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dpa JENA. Als Konsequenz aus einer Verdreifachung der Verluste von 38,9 Millionen Euro auf 131,8 Millionen Euro (257,8 Mio. DM) im Jahr 2001 und einem schweren Umsatzeinbruch kündigte das einstige Aushängeschild der Internetwirtschaft am Dienstag weitere Entlassungen an.

Die Belegschaft der ostdeutschen Softwareschmiede für den Internet-Handel soll bis Mitte dieses Jahres von derzeit 733 auf 500 schrumpfen. Damit wird die Beschäftigtenzahl innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Ende Oktober war ein weiterer Stellenabbau noch ausgeschlossen worden.

Der Jahresumsatz 2001 lag mit 68,7 Millionen Euro leicht unter der immer wieder gesenkten Prognose des Vorstandes und knapp halb so hoch wie im Jahr 2000 mit 123 Millionen Euro. Nach der Trennung von Mitgründer Wilfried Beeck, der als Vorstand für das operative Geschäft und Finanzen zuständig war, und Europa-Chef Michael Tsifidaris verwies Vorstandschef Stephan Schambach auf weitere Umstrukturierungen. Der 31-Jährige Softwarepionier und größte Einzelaktionär wird die Geschäfte nicht mehr von San Francisco, sondern allein von Jena aus lenken. Die Stellenstreichungen begründete er mit dem Abbau von zwei Führungsebenen im Konzern.

Für das laufende Geschäftsjahr gab Schambach einen verhaltenen Ausblick, kündigte jedoch an, dass das Unternehmen auf Quartalsbasis in die Gewinnzone gebracht werden soll. Der Umsatz in den ersten drei Monaten werde etwa auf dem Niveau des vierten Quartals 2001 mit 11,7 Millionen Euro verharren. Nach früheren Angaben rechnet das Unternehmen 2002 sogar mit einem Umsatzrückgang im Vergleich zum äußerst schwachen Vorjahr. Intershop will sich auf Softwarelösungen für das elektronische Geschäft (e-business) von international operierenden Großunternehmen konzentrieren.

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