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30.07.2000

12:00 Uhr

Nicht immer ist das Buchen einer Reise im Internet so leicht, wie es einem die TV-Werbespots glauben machen wollen. Sobald es mehr als ein einfacher Hin-und-Rückflug sein soll, kommen Laien schlecht zurecht, stellt eine Studie des Reisebürokonzerns Carlson Wagonlit fest. Dass Internetnutzer deswegen ganz die Finger von der Tastatur lassen sollte und die Reiseprofis mit ihrem Anliegen betrauen soll, heißt dies aber lange nicht. Beim Buchen im Internet sollte man jedoch einige einfache Punkte beachten, die einem Ärger, Geld und Zeit ersparen können.

Zunächst gilt im Internet wie in echten Reisebüros: Preise müssen grundsätzlich verglichen werden, denn auch im Internet können die Unterschiede sehr groß sein. "Es ist nicht immer ein Schnäppchen, was als solches ausgeschrieben wird", warnt Beate Wagner, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. Überprüfen sollte man ebenfalls ob zusätzliche Kostenanteile - wie zum Beispiel Flughafen-Gebühren - im Preis inbegriffen sind.

Weiter gilt: Wer ein Ticket kauft, schließt ein Vertrag ab, und sollte sich deswegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau durchlesen. Dort stehen Einzelheiten zum Rücktrittsrecht, zur Haftung der jeweiligen Parteien (Kunde, Online-Anbieter, Reiseveranstalter) sowie Angaben zu Versicherungsfragen. Bei Unsicherheit sollte sich der Käufer noch vor Vertragsabschluss die Reiseunterlagen zuschicken lassen. Kunden sollten zudem auf einer schnellen Reisebestätigung bestehen. In den meisten Fällen geschieht dies zwar automatisch, die Bestätigung ist aber keine Pflicht des Reisevermittlers. Auch die Bezahlung allein stellt keine Garantie dar; der Kunde sollte sich eine telefonische oder elektronische Bestätigung (Email) einholen.

Wichtig: Im Streitfall ist der Standort des Veranstalters entscheidend. Schwierig wird es, wenn der Reiseveranstalter im Ausland sitzt: Während es in der Europäischen Union relativ leicht ist, ein Urteil zu vollstrecken, kommt es außerhalb der EU auf die gegenseitigen Länderabkommen an. Ein unzufriedener oder betrogener Nutzer hat in diesem Fall wenig Chancen auf Schadenersatz.

Auch bei "Last Minute" heißt es Vorsicht. Der Begriff werde oft irreführend benutzt, warnt die Stiftung Warentest. Die juristische Festlegung bezeichnet Reisen, die frühestens 14 Tage im voraus buchbar sind, doch werde die Bezeichnung "stark aufgeweicht" und oft für Reisen bis 8 Wochen vor Abflug verwendet. Die Registrierung, die jeder Anbieter im Verlauf des Buchungsprozesses verlangt, sind den Kunden oft ein Dorn im Auge: Zwar begrenzen die allgemeinen Geschäftsbedingungen die Nutzung der Daten auf die interne Verwendung, doch manch einer fürchtet sich vor der Werbeflut. Es gilt: Reiseinformationen sollten grundsätzlich abrufbar sein, ohne dass der Kunde dafür persönliche Daten preisgeben muss.

Besonders vorsichtig sollten Nutzer sein, wenn es im Internet ans Bezahlen geht. In Sachen Kreditkarten sind die Deutschen sehr zurückhaltend, obwohl mittlerweile fast jeder Online-Anbieter über SSL-Verschlüsselungssysteme (Secure Socket Layer) verfügt und Sicherheitsfragen selbstbewußt erörtert. Dennoch: Befragungen weltweit ergeben, dass die Angst vor Kreditkartenmissbrauch für den Verbraucher den größten Hemmschuh darstellt. Deswegen empfiehlt es sich, sich telefonisch über andere Zahlungsmöglichkeiten zu informieren: möglich sind meistens Abbuchung, Nachnahme, Rechnung oder auch das Bezahlen am Flughafenschalter.

Für Neugierige und Unsichere bieten die Online-Seiten der >> Stiftung Warentest einige hilfreiche Tests: So wird dort die Möglichkeit geboten, die >> Verschlüsselungssicherheit eines Anbieters zu überprüfen; pro Monat nutzen bis zu 2000 Verbraucher diesen kostenlosen Service. Ferner bietet die Stiftung einen >> Preisvergleich: für 20 Mark pro Auftrag lichtet die Computeraktion Flug- Pauschalreisen den Preis-Dschungel, sucht genaue Informationen zur Größe, Lage und Ausstattung der Unterkunft, zum Transfer und über die Entfernung zum Meer.

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