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21.01.2001

13:53 Uhr

ap WIESBADEN. Der Bund der Steuerzahler weist darauf hin, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch Arbeitnehmer ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen können. "Wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet, kommt ein unbegrenzter Abzug der Aufwendungen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten in Betracht."

Ist das nicht Fall, ist der Abzug der Aufwendungen auf 2 400 DM je Wirtschaftsjahr begrenzt. Die Aufwendungen müssen nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden. Ein steuerlicher Abzug wird nur anerkannt, wenn die betriebliche oder berufliche Nutzung des Arbeitszimmers

- mehr als die Hälfte der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit beansprucht oder

- für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Die Finanzverwaltung stelle zudem bestimmte Anforderungen an den Raum, erklärt der Steuerzahlerbund. "So darf der Raum nur zu höchstens zehn Prozent privat mitgenutzt werden." Als Kriterium werden die räumlichen Verhältnisse und die Einrichtung herangezogen. Ist die Wohnung etwa ohne das Arbeitszimmer so klein, dass das normale Wohnbedürfnis eingeschränkt ist, wird der steuerliche Abzug in der Regel versagt. Generelle Abzugsmerkmale ließen sich nicht aufstellen.

Wenn das Arbeitszimmer prinzipiell anerkannt ist, können auch die Kosten für die Einrichtung geltend gemacht werden. "Dabei sind nur solche Gegenstände absetzbar, mit denen ein Arbeitszimmer üblicherweise ausgestattet ist. (zum Beispiel Lampen, Teppiche, Gardinen)."



Finanzamt kann vor Ort prüfen - aber nur nach Ankündigung

Dabei liegt es im Ermessen des Steuerzahlers, wie viel er für die Einrichtung ausgibt. "Da die gesetzliche Regelung nicht von Einrichtung sondern von Ausstattung spricht, sollten Gegenstände, die zwar im Arbeitszimmer genutzt werden, dem Wesen nach aber Arbeitsmittel sind, bei der Steuererklärung nicht als Einrichtung des Arbeitszimmers sondern als Arbeitsmittel deklariert werden (zum Beispiel Schreibtisch, Bücherschrank)."

Arbeitsmittel können grundsätzlich unbeschränkt abgesetzt werden. Sind die Arbeitsmittel ungewöhnlich teuer, kann das Finanzamt prüfen, ob die Aufwendungen die allgemeine Lebensführung berühren und somit nicht absetzbar sind.

Neben der Einrichtung können auch alle weiteren mit dem Zimmer im Zusammenhang stehenden Aufwendungen geltend gemacht werden. Betreffen die Aufwendungen auch andere Räume, werden sie entsprechend der Wohnflächen aufgeteilt. Wichtig: Nebenräume wie Keller, Waschküche oder Abstellräume sind bei der Ermittlung der Gesamtwohnfläche nicht zu berücksichtigen.

Anteilig entsprechend der Flächenverhältnisse sind laut Steuerzahlerbund absetzbar:

- Bei Mietwohnungen: Aufwendungen für Miete, Heizung, Strom, Treppenreinigung, Wohnungsreinigung, Müllabfuhr, sonstige vom Mieter zu tagende Nebenkosten, Hausratversicherung.

- Bei Eigentum: Schuldzinsen für Hauskredite, Gebäude-Abschreibungen, Reparaturaufwendungen für das Gebäude, Beiträge für Gebäude- und Hausratversicherung, Gebühren für Schornsteinfeger, Müllabfuhr und Überprüfung des Feuerlöschers, Grundsteuer, Wassergeld, Stromkosten, Heizungskosten. Reinigungskosten.

Das Finanzamt kann vor Ort prüfen, ob die Angaben mit den tatsächlichen Verhältnissen übereinstimmen, muss sich aber vorher ankündigen.

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