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16.01.2003

07:51 Uhr

Tochter muss 2000 PwC-Beratern integrieren und den Standort Mainz sanieren

Deutsche IBM-Spitze soll die Hausaufgaben erfüllen

Die Deutschland-Tochter des Technologiekonzerns IBM hält trotz des überraschenden Führungswechsels an ihrer Organisationsstruktur fest. "Ein Umbau der IBM-Deutschland steht nicht zur Diskussion", bestätigte ein Unternehmenssprecher. Nach der Ablösung des bisherigen Konzern-Chefs Erwin Staudt waren Spekulationen laut geworden, dass der Führungswechsel das Signal für einen "radikalen Umbau" der deutschen IBM sein solle.

tnt FRANKFURT/M. Zwar wird sich der neue Deutschland-Chef Walter Raizner stärker als sein Vorgänger ins Tagesgeschäft einmischen und sich um die Belange von Großkunden wie beispielsweise der Deutschen Bank kümmern. Doch denkt der mit 89,5 Mrd. $ Umsatz weltgrößte Technologiekonzern deshalb noch lange nicht daran, die international umgesetzte Matrix-Managementstruktur zu ändern.

Ebenso wie der Konkurrent Hewlett-Packard und andere globale Konzerne hat sich IBM in Folge der zunehmenden Internationalisierung der Großkunden parallele Führungsstrukturen für Geschäftsbereiche und Länder verschrieben. So gliedert sich das Top-Management der IBM-Deutschland GmbH einerseits in die Geschäftsführung. Ihr stehen die Leiter der einzelnen Geschäftsbereiche gegenüber. Dies sind die Dienstleistungssparte IBM Global Services, die drei Hardware-Sparten und die IBM-Softwaregroup. Dort ist auch die Verantwortung für die Produkte und große Teile des operativen Geschäfts angesiedelt.

Insofern wird auch der neue Deutschland-Chef Raizner Verantwortung allein auf den Umsatz in dem von ihm geführten Land haben. Auf die Führung der Geschäftsbereiche hat er jedoch kaum Einfluss. Deren maßgebliche Vorgesetzte sitzen entweder in der Pariser Europa-Zentrale oder direkt in der Konzernzentrale in den USA. Raizner jedenfalls wird die Aufgabe, 2 000 Mitarbeiter der übernommenen Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers (PwC) in Deutschland in den Konzern zu integrieren, nicht selbst verantworten. Denn gesteuert wird die Integration einheitlich für alle Länder aus der Konzernzentrale in Armonk.

Über Erfolg oder Misserfolg der Länderchefs entscheidet insofern einzig die Frage, ob die Ziele, die die US-Zentrale vorgibt, umgesetzt werden. Diese Vorgaben hat Staudt in den vergangen zwei Jahren offenbar verfehlt. Allerdings ist der Manager bereits vier Jahre Deutschland-Chef gewesen, in der Regel müssen IBM-Manager nach dieser Zeit ihren Job wechseln.

Angesichts der komplizierten Management-Struktur ist der Einfluss der IBM-Länderchefs sehr begrenzt. Auch einen Sanierungsplan für den IBM-Standort Mainz, wo auf Grund des Verkaufs des Festplattengeschäfts an Hitachi seit Mitte 2002 rund 2 000 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen, kann der Deutschland-Chef nicht verabschieden.

International arbeitet IBM derzeit daran, die Kundenbeziehungen zu vereinfachen. So war es bisher üblich, dass ein Kunde, der verschiedene Server von IBM kaufen wollte, für jede Produktgruppe mit anderen Kundenbetreuern zu tun hatte.

Am Donnerstag Abend wird IBM Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegen. Analysten erwarten, dass ein höherer Absatz von Microchips und Hardware IBM in den vergangenen drei Monaten des Jahres 2002 eine Gewinnsteigerung beschert habe.

Quelle: Handelsblatt

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