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25.01.2001

15:50 Uhr

ap MERSEBURG. Erstmals seit Auftreten des Rinderwahnsinns (BSE) in der Bundesrepublik ist eine Massentötung von Tieren angeordnet worden. Der Landrat des Kreises Merseburg-Querfurt in Sachsen-Anhalt gab am Donnerstag bekannt, die rund 1 000 Tiere eines landwirtschaftlichen Großbetriebs in Mücheln müssten getötet werden. Zu diesem Ergebnis sei eine Expertengruppe gekommen. Am Mittwoch war auf Grund einer Untersuchung der Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten bestätigt worden, dass eines der Tiere des Bestandes BSE hatte.

Daraufhin untersuchte die von der Kreistierärztin geleitete Expertengruppe, ob man den Viehbestand der Landwirtschaftlichen Produktions- und Vertriebsgesellschaft Mücheln als zwei getrennte Herden behandeln könne. 673 Milchkühe und Kälber, bei denen das an BSE erkrankte und am 5. Januar notgeschlachtete Tier gestanden hatte, werden in einer Entfernung von acht Kilometer von 339 Mastrindern gehalten. Bei der Untersuchung habe jedoch nicht ausreichend geklärt werden können, ob die Futtermittelversorgung getrennt gehandhabt worden sei, hieß es.

Bereits am Mittwoch hatte Staatssekretär Alois Altmann vom Landwirtschaftsministerium in Magdeburg angekündigt, dass zunächst die mit dem erkrankten Rind verwandten Tiere und die Rinder des betreffenden Jahrgangs per Injektion getötet werden sollten, später der Rest des Bestandes. Als Tötungsort sei ein stillgelegter Schlachthof in Sachsen in die engere Auswahl gezogen worden. Die Entsorgung der Kadaver werde voraussichtlich in einem Betrieb in Niedersachsen erfolgen.

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