Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2001

16:50 Uhr

Handelsblatt

Tomorrow und GMX bilden Allianz im Internet

Die am Neuen Markt gelistete Tomorrow Internet AG und die United Internet-Tochter GMX AG haben eine Internetallianz mit dem Ziel geschlossen, ein höheres Nutzeraufkommen und zusätzliche Umsätze zu generieren.

Reuters FRANKFURT. Der Tomorrow Internet-Vorstandsvorsitzende Christian Hellmann sagte Reuters am Donnerstag, bei der zunächst auf zwei Jahre angelegten Zusammenarbeit mit GMX hätten sich zwei ideal ergänzende Partner getroffen. Im Rahmen der Kooperation werde das Medienunternehmen Tomorrow dem E-Mail-Dienstleister GMX Inhalte für sein Internetportal zur Verfügung stellen. Diese Partnerschaft ist nach Einschätzung von Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender des GMX-Großaktionärs United Internet, eine gute Möglichkeit die Anlaufverluste bei GMX zu verringern.

Im Rahmen der Kooperation werden redaktionelle Inhalte der Online-Ausgaben von Zeitschriften des Milchstraßenverlages ("Amica", "Bellevue", Fit for fun", "Max", "Net-Business", "Tomorrow" sowie "TV Spielfilm") auf der GMX-Internetseite bereit gestellt. Demnächst werde Tomorrow auch das Layout des GMX-Portals neu gestalten und dort ein nach Themenkanälen wie etwa Tourisimus oder Wirtschaft strukturiertes Angebot zur Verfügung stellen, sagte Hellmann. Fremdanbieter hätten die Möglichkeit, ihr Angebot dort gegen ein Entgelt zu platzieren. Die Gebühren dafür können seinen Angaben zufolge wegen der hohen Zugriffsfrequenz im Einzelfall einen siebenstelligen DM-Betrag erreichen und sollen sich insgesamt auf ein zweistelliges Mill. DM-Volumen belaufen. Die Einnahmen gehen nach Hellmanns Angaben an beide Vertragspartner, zur prozentualen Aufteilung die Einnahmen wollte er jedoch keine Angaben machen.

Entscheidend ist nach Hellmanns Worten die Größe der Allianz, die zu den entsprechenden Mittelzuflüssen führen werde. Die Partner gehörten mit den 8,2 Mill. GMX-Kunden - gemessen an den Nutzerabrufen - mit Yahoo und T-Online zu den drei größten der Branche in Deutschland. Hellmann verwies auf Studien, denen zufolge die drei größten Internetportale eines Landes künftig etwa 80 % der gesamten Werbeeinnahmen generieren werden.

Die Inhalte sollen nach den Worten Hellmanns zudem durch die im Januar gegründete Tochter Tomorrow New Media für Handys und Kleinstcomputer aufbereitet und mehrfach vermarktet werden. Das Hamburger Medienunternehmen stehe darüber derzeit "mit zwei bis drei Telekommunikationsunternehmen sowie zwei Netzgesellschaften" in entsprechenden Verhandlungen. Mit Neuigkeiten zu den mobilen Internet-Aktivitäten sei in den kommenden Wochen zu rechnen, sagte Vorstandschef weiter.

Ein Börsengang der Tochter GMX AG ist nach den Worten des United Internet-Vorstandschefs derzeit kein Thema. GMX sei bis zur angepeilten Gewinnschwelle im vierten Quartal 2001 finanziert, sagte Dommermuth. Ein wichtiger Schritt dabei sei die Kooperation mit Tomorrow. GMX werde zur Computerfachmesse Cebit eine neue Plattform vorstellen. Derzeit werde auch darüber nachgedacht, dem Nutzer neue Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Vorstellbar seien unter anderem Kalender, freien Speicherplatz für Bilder oder andere Dateien und Mehrwertdienste. Ziel sei es, GMX zu einer Art Kommunikationszentrale auszubauen.

Die zum Netzwerk von United Internet gehörende GMX AG sollte im Mai 2000 an den Neuen Markt gebracht werden. Damals war der Börsengang während der bereits laufenden Zeichnungsfrist mit Blick auf die schwierige Marktsituation abgesagt worden.

Die Aktien von Tomorrow präsentierten sich am Donnerstag in einem freundlichen Umfeld am Neuen Markt gut behauptet mit 8,92 Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×