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02.08.2000

16:54 Uhr

Reuters MÜNCHEN. Der anhaltende Boom der Telekommunikationsbranche wird beim Komponenten-Hersteller Epcos nach der Einschätzung von Experten weiterhin für gute Zahlen sorgen. Am Donnerstag legt die ehemalige Siemens-Sparte ihre Resultate für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 (zum 30. September) vor. Analysten erwarten beim Ergebnis nach Steuern Steigerungsraten von bis zu 180 % gegenüber dem Vorjahresquartal, als Epcos einen Quartalsüberschuss von 21 Mill. Euro erzielte. Beim Börsenkurs sind einige dagegen skeptisch und halten die Epcos-Aktien trotz der jüngsten Kursverluste für überbewertet. "Es ist ein Topjahr für Unternehmen wie Epcos", sagte Michael Bahlmann, Technologie-Analyst bei M.M. Warburg in Hamburg. Wachstumstreiber sei vor allem die anhaltende Nachfrage nach Mobiltelefonen, für die Epcos unter anderem Filter für Störgeräusche produziert. Die Komponenten-Hersteller kämen mit ihren Lieferungen kaum hinterher, und die Knappheit treibe die Preise in die Höhe. Bereits im zweiten Quartal hatte Epcos die Experten mit über den Erwartungen liegenden Zahlen überrascht.

Für den Umsatz für das dritte Quartal dieses Jahres reichen die Schätzungen der Experten von 422 bis 480 Mill. Euro, gegenüber 280 Mill. Euro Umsatz im dritten Quartal 1999. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen rechnen sie mit 71,2 bis 89 (Vorjahr 31) Mill. Euro, beim Quartalsüberschuss mit 49 bis 59,5 (21) Mill. Euro.

Im Geschäftsjahr 2000/01 wird sich Epcos nach Ansicht von Experten von den horrenden Wachstumsraten allerdings verabschieden müssen. Denn durch massive Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten würden auch die Preise und damit die Margen der Komponenten-Hersteller sinken, erläuterte Jürgen Wagner von der Privatbank Sal. Oppenheim. "Im nächsten Jahr wird sich das Wachstum deutlich abschwächen", fügte er hinzu. Auf der Halbjahrespressekonferenz im Mai hatte Epcos-Chef Klaus Ziegler einen Investitionsschub zum Ausbau der Produktionskapazitäten angekündigt. Am Mittwoch legten die Aktien zum Teil mehr als 4 % auf ein Tageshoch von 102,89 Euro zu, nachdem die Titel seit Mitte Juli einen Kursrückgang von mehr als 20 % verzeichnet hatten. Einige Investoren hätten sich wohl daran erinnert, dass Epcos am Donnerstag voraussichtlich gute Zahlen vorlegen werde, hieß es an der Börse. "Die Aktie ist immer noch ziemlich hoch bewertet", sagte Bahlmann. Er empfielt die Aktie zum "Verkauf" mit einem Kursziel von 85 Euro. "Das hat aber nichts mit negativen Erwartungen über die Performance des Unternehmens zu tun", betonte er. Wagner stuft die Aktie aus den selben Gründen auf "Halten".

Für das Gesamtjahr 1999/2000 rechnet Epcos früheren Äußerungen Zieglers zufolge mit einem Umsatzwachstum von 50 %. Das Ebit werde am Ende des laufenden Jahres "eher bei 300 als bei 200 Mill. Euro liegen", hatte Ziegler gesagt.

Siemens hatte Epcos im Oktober vergangenen Jahres an die Börse gebracht, seit Februar sind die Aktien im Deutschen Aktienindex (Dax) notiert.

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