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27.04.2003

15:25 Uhr

Tor-Debütant Skoubo rettet Mönchengladbach 2:2

Bayer zwischen Hoffen und Bangen

Zwischen Hoffen und Bangen taumelt der Champions-League-Finalist von einst der Zweitklassigkeit von morgen entgegen. "Das ist wie mit der Achterbahn vom Himmel hoch direkt runter in die Hölle. Wir müssen jetzt drei der letzten vier Spiele gewinnen, und das ist durchaus möglich. Wir haben eine kleine Chance", meinte Reiner Calmund, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen nach dem vergebenen Sieg beim 2:2 (1:1) im Abstiegsduell bei Borussia Mönchengladbach.

HB/dpa MÖNCHENGLADBACH. Bei weiterhin drei Punkten Rückstand auf Platz 15 laufen der Bayer-Elf allmählich Zeit und Konkurrenz davon. "Wir hätten es diesmal wirklich verdient gehabt, aber wir sind kein Stückchen weitergekommen", sagte Spielführer Carsten Ramelow.

Die sportliche Dramaturgie mit dem unglücklichen Gegentor durch den Gladbacher Morten Skoubo in letzter Minute passte so richtig in die Inszenierung der Leverkusener Chaos-Tage mit der Trainer-Posse um Udo Lattek unter der Woche. "Die Unruhen waren sicher nicht förderlich. Damit muss jetzt auch Schluss sein", forderte Ramelow, der in einer verbesserten Mannschaft erneut Führungsqualitäten bewies und sein Team nach dem schnellen Rückstand durch Igor Demo (6.) zur 2:1-Führung durch Daniel Bierofka (17.) und Dimitar Berbatow (48.) antrieb. Zuvor blieben die seit neun Jahren gegen Bayer sieglosen Gladbacher 312 Minuten ohne Gegentor am Bökelberg.

Die sportliche Führung in Leverkusen bewertete das Ergebnis trotz der bedrohlichen Lage überraschend positiv. "Wir haben die drei Punkte auf Mönchengladbach gehalten. Das war unser Ziel", sagte Trainer Thomas Hörster. Auch Jürgen Kohler verblüffte die Zuhörer. "Das war ein Punktgewinn für uns. Außerdem glaube ich, dass noch Mannschaften da unten reinrutschen, die noch gar nicht damit rechnen", sagte Bayers Sportdirektor und meinte vielleicht sogar seine eigene.

Dauer-Kämpfer Calmund attestierte seinem Team immerhin, den Ernst der Lage erkannt zu haben. "Die Mannschaft ist vom Kopf her im Abstiegskampf angekommen. Wenn sie die ganze Saison so aufgetreten wäre und gekämpft hätte, würde sie jetzt nicht da unten stehen", befand Calmund und gab die Parole aus. "Wir reden nicht von der zweiten Liga, wir reden nur von den restlichen vier Spielen." Das Programm mit den Heimspielen gegen Bielefeld und München 60 sowie den Auswärtspartien in Hamburg und Nürnberg ist lösbar bis brisant.

Die Gladbacher, die erstmals unter Ewald Lienen am Bökelberg nicht gewannen, können mit dem letztlich glücklichen Punkt gut leben und haben in den nächsten "Abstiegsendspielen" in Bochum, gegen Rostock und in Hannover alles selbst in der Hand. Der glücklichste Borusse an einem spannenden Fußball-Nachmittag war der junge Däne Morten Skoubo mit seinem Last-Minute-Treffer. "Darauf habe ich lange gewartet, aber ich habe immer an mich geglaubt", sagte der 22-Jährige. "Er ist ein großes Talent und behält in solchen Situationen die Nerven. Mit ihm rechnen wir noch", lobte Trainer Lienen. Da befand dann auch der schon als Fehleinkauf eingestufte Skoubo: "Na, dann war ja doch gut, dass sie mich geholt haben."

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