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02.05.2003

17:45 Uhr

Traktionskontrolle erlaubt - neue Reifen-Regel

Neuer Rückzieher der FIA

Der Internationale Automobilverband (FIA) hat in der aktuellen Reglements-Debatte erneut einen Rückzieher gemacht und die ursprünglich geplante "Regel-Revolution" in der Formel 1 deutlich entschärft.

HB/dpa BARCELONA. Die Traktionskontrolle, die ab 2004 verboten sein sollte, bleibt nun doch auch in Zukunft erlaubt. Dies teilte der Weltverband am Freitagnachmittag in Barcelona überraschend mit. Außerdem wurde die viel kritisierte Regenreifen-Regelung für die aktuelle Saison modifiziert. Die Hersteller wurden aufgefordert, zusätzlich Reifen "für starken Regen zur Verfügung zu stellen", hieß es weiter.

Die FIA hat mit dem neuesten Beschluss bereits zum dritten Mal innerhalb von dreieinhalb Monaten ihre Pläne geändert und deutliche Zugeständnisse an die Teams gemacht. Zunächst sollten alle elektronischen Fahrhilfen in der kommenden Saison verboten werden. Nun gilt dies nur noch für vollautomatische Getriebe und Startautomatik. "Die Teams konnten beweisen, dass ein Verbot der Traktionskontrolle sehr hohe Zusatzkosten für die Rennställe und die Motorenhersteller bedeuten würden", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Teams und Weltverband.

Die neuen Beschlüsse sind das Ergebnis einer Sitzung mit den Teamchefs und den Technischen Direktoren am Dienstag. Die Entscheidungen seien einstimmig gewesen, so die FIA. Eine Voraussetzung sei jedoch, dass die Motorenhersteller die unabhängigen Teams mit Motoren beliefern, die angesichts der aktuellen Finanz- Situation zu vernünftigen Preisen angeboten werden sollen.

Entgegen der früheren Pläne soll auch die Daten-Übertragung vom Auto in die Box (Telemetrie) ebenfalls weiter erlaubt sein. Auch die ab 2005 geplanten Motoren-Beschränkungen, wonach ein Triebwerk aus Kostengründen mehrere Rennen halten muss, wurden aufgehoben. Die aktuelle Vorgabe, dass der Boxenfunk auch den TV-Sendern zur Verfügung gestellt werden musste, gilt ebenfalls nicht mehr: Die Teams können dies nun selbst entscheiden.

Nach dem Chaos-Rennen von Brasilien, wo die Autos im starken Regen reihenweise von der Strecke rutschten, wurde zudem die viel kritisierte Reifenregelung geändert. Künftig können Bridgestone und Michelin zusätzlich Pneus für extreme Niederschläge bereitstellen.

Die FIA hat damit zum wiederholten Male ihre eigene Reform stark abgeschwächt. Im Zuge der Aufsehen erregenden "Regel-Revolution" vom 15. Januar war geplant gewesen, dass die Formel-1-Piloten bereits vom diesjährigen Saisonbeginn an ohne Elektronik-Bequemlichkeiten auskommen sollten. Später gestand die FIA den Teams den Kompromiss zu, dass das Verbot erst zur Saiso-"Halbzeit" ab dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone gelte. Ende März schließlich wurde das Elektronik-Verbot auf das Jahr 2004 aufgeschoben.

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