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26.01.2007

11:05 Uhr

Transatlantischen Markt

Industrie wirbt für freien Handel mit USA

VonRoland Tichy

Die deutsche Industrie stellt sich hinter die Initiative der Bundesregierung für einen gemeinsamen transatlantischen Markt. In den kommenden Wochen soll eine ständige Arbeitsgruppe zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung eingerichtet werden.

DAVOS. Ein Abbau noch bestehender Handelshemmnisse würde ein zusätzliches Wachstum von drei Prozent auf beiden Seiten des Atlantiks erzeugen, erklärte BDI-Präsident Jürgen Thumann auf dem Weltwirtschaftsgipfel. "Das können wir bei wachsendem internationalem Konkurrenzdruck bestens gebrauchen." Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwochabend in Davos eine entsprechende Initiative angekündigt.

So soll in den kommenden Wochen eine ständige Arbeitsgruppe zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung eingerichtet werden. Dieses gemeinsame Sekretariat soll erste Wirtschaftsbereiche mit dem Ziel analysieren, Handelsbarrieren durch unterschiedliche gesetzliche Vorgaben abzubauen. Dazu nannte Merkel erstmals das Chemikalienrecht, Autotests, die Regulierung der Börsenaufsicht und eine verbesserte Transparenz von Finanzmärkten. "Meist geht es ja um gemeinsame Ziele, etwa Insassensicherheit. Aber warum muss das durch unterschiedliche Aufprallwinkel erzielt werden, was hohe Kosten bei der Autoindustrie verursacht", sagte die Kanzlerin nach dem Gespräch.

Die gemeinsame Arbeitsgruppe soll insbesondere auch sicherstellen, dass neu entstehende Bereiche, die erstmals einer Gesetzgebung unterworfen werden sollen, künftig gemeinsam reguliert werden sollen. Als Beispiel gilt in diesem Bereich der Regelungsbedarf in neuen, technologisch getriebenen Märkten wie der Nanotechnologie.

Die Absprachen wurden gestern im Rahmen eines Treffens des "Transatlantic Business Dialog" getroffen, einer seit 1995 bestehenden Runde führender europäischer und US-Unternehmen. An der Veranstaltung nahmen auch die EU-Kommissare Nelly Kroes und Paul Mandelson teil sowie US-Finanzstaatssekretär Bob Kimmitt. Deutsche Teilnehmer waren neben Thumann BASF-Chef Jürgen Hambrecht, Cajo Koch-Weser (Deutsche Bank) sowie Michael Rake, KPMG. Prominente US-Teilnehmer waren: Citigroup-CEO Charles Prince, Alec Jonses (Pricewaterhouse-Coopers) sowie Patrick Ceceau (Unilever), aber auch die CEOs von British Airways, Rob Webb, und Astra Zeneca, David Brennan.

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