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31.01.2003

13:45 Uhr

Treffen in Camp David

Bush und Blair halten Kriegsrat

Die USA haben die heiße Entscheidungsphase über Krieg oder Frieden im Irak mit einer Serie hochrangiger diplomatischer Konsultationen begonnen. Am Freitag traf der engste Verbündete der USA, der britische Premierminister Tony Blair, zu Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush in Washington ein.

Tony Blair und George W. Bush, Foto: dpa

Tony Blair und George W. Bush, Foto: dpa

HB/dpa WASHINGTON. Eine Fristsetzung sei bei dem Treffen auf dem Landsitz Camp David außerhalb von Washington nicht zu erwarten, sagte Bushs Sprecher Ari Fleischer. "Es handelt sich um Konsultationen ... Der Präsident bewundert die Führungsqualitäten des Premierministers und wird sorgfältig zuhören, was er zu sagen hat." Während die USA auf eine baldige Entscheidung über einen möglichen Militärschlag drängen, will Blair Bush dem Vernehmen nach veranlassen, den UN - Waffeninspekteuren mehr Zeit zu gewähren.

Am Tag zuvor waren der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi und der saudische Außenminister Prinz Saud el Feisal und bei Bush. Er räume den diplomatischen Bemühungen nur noch Wochen, nicht Monate ein, sagte Bush, der erstmals öffentlich eine Exillösung für den irakischen Machthaber Saddam Hussein begrüßte. Der saudische Prinz, der sich nach eigenen Angaben weiter um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht, ging darauf nach seinem Gespräch mit Bush nicht näher ein.

Blair hatte bei einem Zwischenstopp auf dem Weg nach Camp David in Spanien noch einmal die Hoffnung auf eine politische Lösung der Irak-Krise zum Ausdruck gebracht. Es hänge allein von Saddam Hussein ab, ob und wann im Irak eine militärische Intervention notwendig werde, sagte Blair nach einem Gespräch mit dem spanischen Regierungschef José María Aznar. Blair und Aznar hatten zusammen mit den Regierungschefs von fünf anderen europäischen Staaten und dem tschechischen Präsidenten Václav Havel einen Aufruf zur Unterstützung der USA veröffentlicht. "Wenn wir auf beiden Seiten des Atlantiks zusammenstehen, ist die Welt sicherer", sagte Blair.

US-Außenminister Colin Powell will dem Weltsicherheitsrat am nächsten Mittwoch Beweise für illegale Waffenprogramme im Irak präsentieren. Die Sitzung findet unter der Präsidentschaft Deutschlands statt und wird von Bundesaußenminister Joschka Fischer geleitet. Die USA wollen dabei noch nicht auf ein Ende der Waffeninspektionen dringen, verlautete aus US-Regierungskreisen. Die diplomatischen Bemühungen sollten mindestens bis zum 14. Februar fortgesetzt werden, wenn ein weiterer Bericht der Inspekteure erwartet wird.

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