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08.02.2002

07:05 Uhr

Treffen mit Scharon

Bush will Druck auf Arafat aufrecht erhalten

US-Präsident George W. Bush will trotz israelischer Forderungen die Tür zu dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat nicht zuschlagen.

ap WASHINGTON. Nach einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon rief Bush Arafat am Donnerstag aber dazu auf, alles in seiner Macht stehende zu tun, um den Terrorismus zu bekämpfen.

Bush erklärte, er sei "zuerst überrascht, und dann extrem enttäuscht" über die palästinensischen Bemühungen gewesen, eine große Ladung Waffen ins Land zu schmuggeln. Die palästinensische Autonomieregierung hat erklärt, sie habe nichts mit dem Schmuggel zu tun.

Bush und Scharon bekräftigten nach der 50-minütigen Unterredung vor Journalisten das Ziel, dass die Palästinenser einen eigenen Staat erhalten sollten. Bush äußerte sich auch besorgt über die Not der palästinensischen Bevölkerung, "der Mütter und Väter, die versuchen, ihre Kinder großzuziehen".

Scharon warf Arafat vor, eine "Strategie des Terrors" zu verfolgen. "Ich persönlich und meine Regierung betrachten Arafat als Friedenshindernis", sagte Scharon. Scharon wollte Bush dazu bewegen, Arafat als Verhandlungspartner fallen zu lassen. Bushs Sprecher Ari Fleischer wies dieses Ansinnen jedoch schon vor dem Spitzentreffen im Weißen Haus zurück. Auch US-Außenminister Colin Powell signalisierte, dass Washington den Kontakt zu Arafat nicht abbrechen wolle. Allerdings bestehe man auf einem Ende der Gewalt in den Autonomiegebieten.

Arafat selbst äußerte sich unterdessen erstmals dazu, wer ihm in seinen Ämtern als palästinensischer Präsident und Chef der PLO eventuell nachfolgen könnte. In einem Interview der ägyptischen Zeitung "El Mussawar" verwies er indirekt auf Parlamentspräsident Ahmed Kureia und PLO-Generalsekretär Mahmud Abbas. Bislang ist Arafat Spekulationen um seinen Rückzug aus der Politik immer ausgewichen.

An einem israelischen Grenzposten in der Nähe von Jerusalem explodierte am Donnerstagabend eine Bombe, ein Palästinenser wurde bei der Detonation getötet. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen ist es möglich, dass der Mann beim Legen der Bombe ums Leben kam. Die israelischen Streitkräfte prüften den Bericht. Bei einer Schießerei wurde am Abend in der Nähe von Tulkarem im Westjordanland zudem ein Israeli verletzt.

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