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14.02.2001

13:28 Uhr

Trotz der internationalen Senkungswelle

Analysten erwarten noch keine Zinssenkung der EZB

Trotz der internationalen Zinssenkungswelle erwarten Analysten von der (morgigen) Sitzung des EZB-Rates keine Lockerung der Geldpolitik. Finanzexperten mehrerer Großbanken sagten am Mittwoch in Frankfurt am Main, sie rechneten erst im zweiten Quartal 2001 mit einer Senkung der Zinsen im Euroraum.

Quelle: Handelsblatt

ap FRANKFURT/MAIN. In den vergangenen Wochen hatte die amerikanische Zentralbank die US-Zinsen in zwei Schritten um insgesamt 100 Basispunkte gesenkt. Danach ermäßigte auch die australische Notenbank die Zinsen um 50 Basispunkte und das Monetary Policy Committee entschied in London, den Leitzinssatz der Bank of England um 25 Basispunkte zu senken. Schließlich folgte auch der geldpolitische Ausschuss der Bank of Japan und senkte den nicht ganz so bedeutenden Diskontsatz.

Trotz dieser Entwicklung sagte Stefan Schneider von der Deutschen Bank am Mittwoch, sein Haus erwarte keinen entsprechenden Schritt der EZB. "Da passiert noch nichts, es ist noch zu früh." Der Leidensdruck sei angesichts der aktuellen Konjunkturdaten noch nicht hoch genug, die Daten seien "noch ganz ordentlich". Mit einer Senkung - voraussichtlich um 50 Basispunkte - sei im März oder April zu rechnen.

Auch die DG Bank geht nicht davon aus, dass es die Europäische Zentralbank jetzt schon die Zinsschraube lockern wird. DG-Bank-Experte Michael Holstein: "Wir erwarten aber bis zur Jahresmitte eine Senkung um 50 Basispunkte." Er wies zugleich daraufhin, dass die konjunkturelle Lage im Euroraum viel weniger dramatisch sei, als die Situation in den USA.

Commerzbank-Fachmann Michael Schubert sagte, im zweiten Quartal 2001 sei mit einer Senkung um 25 Basispunkte zu rechnen. Der wichtigste Grund dafür werde sein, dass die Inflationsrate langsam aber kontinuierlich zurückgehen werde.

Die GZ Bank wiederum hatte bereits am Dienstag erklärt, die EZB werde die Zinsen nicht vor Juni senken. "Letztlich sind für die Leitzinssätze die Bedingungen in den einzelnen Wirtschaftsräumen selbst maßgeblich", hieß es in einer Presseerklärung. Eine Prognose, inwiefern die EZB in der näheren Zukunft ihre Leitzinssätze zurücknehme, hänge so gesehen entscheidend davon ab, ob im Euroraum eine ähnliche gesamtwirtschaftliche Situation bestehe wie in den USA oder nicht.

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