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28.01.2002

15:10 Uhr

Trotz düsterem Jeffrey Immelt

Wall Street: Optimistischer Auftakt erwartet

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Zum Wochenauftakt deutet alles auf eine freundliche Eröffnung der Wall Street hin. Die Dow-Futures notieren mit einem Plus von 33 Punkten, die Nasdaq gewinnt vorbörslich 13, der S&P 500 drei Zähler.

In der letzten (verkürzten) Handelswoche hatten sich beide großen Indizes minimal verbessert. Die Grundstimmung am Markt war nicht pessimistisch, aber um wirklich groß einzusteigen - und die beiden Indizes wieder über ihre psychologischen Grenzen von 10 000 Punkten für den Dow und 2 000 Punkten für die Nasdaq zu pushen -, dafür fehlten den Anlegern in der zweiten Woche der Ertragssaison noch Beweise. Zahlen und Fakten untermauern die jüngsten optimistischen Aussichten von Notenbankchef Alan Greenspan noch nicht.

In dieser Woche gibt es weitere Zahlen. Zum Beispiel vom Chip-Hersteller Texas Instruments . Das Unternehmen wird sich nach Handelsschluss zu den Ergebnissen des vierten Quartals äußern, und Analysten wie Anleger sind optimistisch. Die Credit Suisse First Boston glaubt, die Firma habe den Boden, wenn nicht in Q4, spätestens in den laufenden drei Monaten erreicht. Sie geben der Aktie am Morgen ein Upgrade auf "Kaufen". Texas Instruments gewinnt vor der Glocke 3,5 Prozent.

Mit einem Plus von 13,3 Prozent vor der Glocke startet Palm vielleicht in eine "grüne Woche". Der Handheld-Hersteller stellt einen neuen Organizer vor, der i705 soll verloren gegangene Marktanteile zurückerobern. Das Gerät ist webfähig, mit dem AOL Instant Messenger ausgestattet und in der Lage, E-Mails zu versenden und zu empfangen. Es kommt für 450 Dollar in die Läden. an den Start. Nun müssen nur noch die Firmen von dem Organizer begeistert werden. Denn während Compaq Computer und Research in Motion bereits Mini-Computer auf dem Markt haben, mit denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgestattet werden, werden Palm-Rechner meist von Privatnutzern gekauft.

Meist gehandelte Aktie an der Wall Street ist am frühen Morgen das Papier von Ford . Das Unternehmen plant, noch Anfang dieser Woche Bonds für mindestens 3 Millionen Dollar auszugeben. So kommt der zur Zeit schwächste Performer im Automobilsektor zumindest kurzfristig an Cash. Investitionsbedarf gibt es genug: Ford will im laufenden Jahr die Qualität seiner Wagen verbessern, die Verkäufe ankurbeln und Verluste begrenzen, um weiter mit Marktführer General Motors Schritt halten zu können. Morgan Stanley ist optimistisch, allerdings nicht nur für Ford, sondern für die gesamte Branche: Die Analysten stufen Ford und GM von "neutral" auf "Outperform" auf.

Zwei große Mischkonzerne werden den Montagshandel im roten Bereich beginnen. Die Aktie von General Electric gibt 0,2 Prozent ab. CEO Jeffrey Immelt hat sich am Morgen wenig optimistisch zu den allgemeinkonjunkturellen Aussichten für 2002 geäußert. Er sehe keine Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung, so Immelt. Ziehe man historische Marktdaten heran, sei mit einem Ende der Rezession erst 2003 zu rechnen. Nach der optimistischen Rede von Notenbankchef Alan Greenspan dürfte Immelt den Markt aber nicht nachhaltig belasten.

Die Aktie von Tyco verliert 1,7 Prozent. Das Papier hatte in der vergangenen Woche nur für einen Tag zu den Gewinnern gehört, nachdem der Mischkonzern bekannt gegeben hatte, seine vier Geschäftsbereiche gesondert an die Börse zu bringen. Seither fällt der Kurs, da Aktionäre an dem neuen Konzept zweifeln. Trost spendet Edward Adatepe, Fond-Manager des MDL Large Growth Fund-Cap in Pittsburgh: "Momentan sieht es nur nach einem kleinen Wachstum in allen Sparten aus. Erst wenn der Split über die Bühne gegangen ist, wissen wir, welcher Sektor in den Portfolios übergewichtet werden soll." Dann rechnet er mit höheren Gewinnen für Tyco.

Um einige Zehntel verbessert sich vorbörslich das Papier von Philip Morris . Der weltgrößte Lebensmittelkonzern will sich vermutlich von seinem Brau-Sektor Miller Brewing trennen. Das berichtet das Wall Street Journal am Morgen. Im Gespräch sei man zur Zeit mit Scottish & Newcastle sowie der South African Breweries, der Verkauf soll 5 Milliarden Dollar einbringen.

Auch der Spielwarenriese Toys?R?Us gewinnt zum Wochenauftakt leicht. Das Unternehmen hat sich von eine Schlankheitskur verordnet und will 64 Filialen schließen und 1 900 Angestellte entlassen. Im laufenden Quartal wird man für diese Restrukturierungsmaßnahmen 239 Millionen Dollar beiseite legen müssen.

Großer Gewinner an der Wall Street ist am Morgen die Aktie von Xerox , die vor der Glocke 5 Prozent gewinnt. Der Kopiererhersteller hat mit einem Quartalsgewinn von 15 Cent pro Aktie die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Darüber hinaus gibt man sich zuversichtlich, was die nahe Zukunft angeht: Xerox bleibt bei seinen Erwartungen für das laufende Quartal und rechnet für 2002 mit einem operativen Gewinn.

Wie immer optimistisch startet Abby Joseph Cohen in die Woche. Die Chef-Strategin von Goldman Sachs empfiehlt am Morgen die Aktien von ChevronTexaco, Research in Motion, Dell, Check Point Software, IBM, Bank of America und Viacom. Der Ölkonzern ChevronTexaco könnte von anziehenden Ölpreisen profitieren, für Research in Motion hebt Cohen das populäre Produkt "Blackberry" hervor, über das Emails versandt und empfangen werden.

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