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24.01.2003

09:20 Uhr

Trotz Konjunkturflaute

Porsche dank „Cayenne“ weiter im Aufwärtstrend

Der Sportwagenbauer Porsche hat mit dem neuen Gelände-Sportwagen "Cayenne" die schleppende Nachfrage nach dem "Boxster" in der ersten Hälfte seines Geschäftsjahres 2002/03 mehr als wettgemacht.

Reuters STUTTGART. Der Konzerngewinn vor Steuern werde bis Ende Januar nach vorläufigen Berechnungen 185,1 Millionen Euro erreichen, 18,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte Porsche am Freitag vor der Hauptversammlung in Stuttgart mit. Der Absatz stieg in den gewöhnlich schwächeren ersten sechs Monaten nur dank der ersten 1.510 verkauften Cayenne um 5,2 Prozent auf 24.684 Fahrzeuge. Bis Ende Juli erwartet Porsche einen Rekord-Absatz von 65.000 (Vorjahr: 54.234) Autos. Auch Gewinn und Umsatz sollten weiter steigen.

Der Konzernumsatz stieg nach den vorläufigen Zahlen um fast 20 Prozent auf rund 2,20 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte des Zuwachses entfiel allerdings auf das erstmals einbezogene Finanzierungs- und Leasing-Geschäft. Der Gewinn nach Steuern sei um knapp 14 Prozent auf 101,7 Millionen Euro geklettert, teilte Porsche mit. Das im Vergleich zum Auto-Absatz schnellere Wachstum des Gewinns ergibt sich aus den Zuwächsen beim teuersten Modell, dem 911, dessen Verkaufszahlen um 4,3 Prozent auf 13.697 Einheiten zulegten. Dagegen wurden vom kleinen, weniger renditeträchtigen Boxster nur noch 9.477 Stück abgesetzt, 8,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Vertriebsvorstand Hans Riedel hatte bereits Anfang Januar eingeräumt, dass es angesichts der Konjunkturflaute vor allem auf dem größten Absatzmarkt, den USA, schwierig werden würde, mit den zwei angestammten Modellen die Verkaufszahlen aus dem vergangenen Jahr zu halten. Der im Herbst in einem völlig neuen Werk in Leipzig angelaufene Cayenne werde aber auf jeden Fall für Zuwächse sorgen. Ein Jahr im Voraus sei der zwischen 60.000 und 100.000 Euro teure Geländewagen bereits ausverkauft, hatte Vorstandschef Wendelin Wiedeking zum Verkaufsstart im Dezember erklärt. In den USA kommt der Cayenne am 15. März auf den Markt.

Die bisher angepeilte Absatzzahl von 25.000 Stück pro Jahr gilt auch intern längst als zu niedrig. Für 2002/03 rechnet Wiedeking wegen des langsamen Anlaufs der Produktion aber noch nicht damit, diese Marke zu erreichen. Bis Ende Januar sollen 2700 Cayenne produziert werden. Insgesamt baute Porsche in den ersten sechs Monaten 27.689 Fahrzeuge, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die meisten Sportwagen werden im Frühjahr verkauft. 2001/02 hatte Porsche trotz stagnierender Verkaufszahlen den Jahresüberschuss um 71 Prozent auf 462 Millionen Euro ausgebaut und einen Rekordumsatz von 4,86 Milliarden Euro erzielt. Dafür sollen an die Aktionäre 17 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, 14 Euro davon in Form einer Sonderdividende.

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