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11.03.2003

09:55 Uhr

Trotz Konsumflaute auf Wachstumskurs

Adidas-Salomon ist kaum zu stoppen

Der weltweit zweitgrößte Sportartikel-Hersteller Adidas-Salomon sieht sich trotz der anhaltenden Konjunkturschwäche und eines drohenden Irak-Kriegs ungebremst auf Wachstumskurs.

Reuters HERZOGENAURACH. Der Jahresüberschuss werde 2003 um zehn bis 15 Prozent wachsen, teilte das fränkische Traditionsunternehmen am Dienstag auf seine Bilanzpressekonferenz mit. Der Umsatz werde nach den starken Zuwächsen im vergangenen Jahr etwa fünf Prozent zulegen. Der Auftragsbestand habe Ende 2002 mit einem Plus von 14 Prozent bereinigt um Währungseffekte die höchste Wachstumsrate seit vier Jahren erreicht.

Adidas-Chef Herbert Hainer sagte in einem Reuters-Interview, Wachstumsmotor würden Asien und Nordamerika seien. "Asien ist unsere am stärksten wachsende Region und ich sehe uns dort zweistellig wachsen", sagte er. Das Gleiche gelte für Nordamerika, wo Adidas dem Marktführer Nike auf dessen Heimatterrain derzeit Marktanteile abnimmt. Beide Regionen machten 2002 rund 48 Prozent des Umsatzes von Adidas aus.

Das fränkische Traditionsunternehmen hatte im vergangenen Jahr wegen starker Zuwächse in Nordamerika und Asien - als Folge der Fußball-WM in Südkorea und Japan - seinen Konzerngewinn um zehn Prozent auf 229 (208) Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz wuchs dank großer Zugewinne der Marken Adidas und der Golfmarke Taylormade auf über 6,5 (6,1) Milliarden Euro.

Risikofaktor Irak-Krise

Sollte ein möglicher Irak-Krieg von kurzer Dauer sein, sehe Adidas keine Gefahr für seinen geplanten Wachstumskurs. Anders wäre es, wenn ein solcher Krieg sich länger hinziehe. "Dann müssen wir sehen, was das wirklich bedeutet für die Weltwirtschaft und das Verbraucherverhalten", gab Hainer zu bedenken.

Hainer bekräftigte, Adidas wolle in den nächsten drei bis fünf Jahren den Jahresüberschuss jeweils prozentual zweistellig steigern. "Wir haben eine Guideline gegeben, die vor sieht, dass wir den Umsatz mittelfristig jährlich um drei bis fünf Prozent steigern können." Unter mittelfristig verstehe Adidas drei bis fünf Jahre, fügte er auf Nachfrage hinzu.

Der Vorstandschef kündigte zudem einen weiteren Schuldenabbau an. "Wir planen, die Schulden in diesem Jahr um mindestens 100 Millionen Euro zu verringern." Im vergangenen Jahr habe Adidas dieses Ziel übertroffen und seine Schulden um 181 Millionen Euro auf rund 1,5 Milliarden Euro abgebaut.

Keine Spannungen im US-Geschäft

Hainer sagte, er erwarte keine negativen Auswirkungen durch die jüngsten Spannungen zwischen den USA und Deutschland wegen der Irak-Krise. "Ich glaube nicht, dass das Auswirkungen hat. Viele Amerikaner sehen Adidas als amerikanische Marke", sagte Hainer. Auch in Asien und Europa werde Adidas überwiegend als internationale und nicht als deutsche Marke gesehen. "Wir haben einen Amerikaner, einen Kanadier und Neuseeländer, einen Schweizer und drei Deutsche im Vorstand. Nennen Sie mir ein Unternehmen, dass einen internationaleren Vorstand hat", fügte er hin zu. In der Unternehmenszentrale in Herzogenaurach seien 80 Nationen vertreten.

Zwischen der deutschen Regierung und der US-Administration herrscht in der Irak-Frage seit Monaten tiefe Verstimmung, da die Bundesregierung eine deutsche Beteiligung an einem möglichen US-Angriff auf den Irak definitiv ausgeschlossen hat und sich auch im UNO-Sicherheitsrat nachdrücklich gegen einen Krieg ausspricht. Wirtschaftsvertreter haben angesichts des Regierungsstreits inzwischen sogar vor negativen Folgen in Form eines möglichen Konsumenten-Boykotts gegen deutsche Unternehmen und ihre Produkte in den USA gewarnt.

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