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21.03.2003

16:09 Uhr

Trotz Krieg

Leipziger Buchmesse startete mit Besucherplus

Trotz der weltpolitischen Ereignisse hatte die diesjährige Leipziger Buchmesse einen erfolgreichen Start. Nach Angaben der Veranstalter vom Freitag kamen rund fünf Prozent mehr Besucher als zum Auftakt des Vorjahres. Am Donnerstag, dem ersten Buchmesse-Tag, seien zwischen 18 000 und 20 000 Menschen durch die beiden Hallen geströmt. Auch bei den meisten Veranstaltungen des Lesefestes "Leipzig liest" herrschte reger Andrang.

HB/dpa LEIPZIG. Der Ansturm auf die Stände der 1998 Aussteller in der Neuen Messe hielt auch am zweiten Buchmesse-Tag an. Im Mittelpunkt standen eine Reihe von Preisverleihungen. So ging der mit 26 000 ? dotierte Kurt-Wolff-Preis für verlegerische Leistungen unabhängiger Verlage an den Verlag Neue Kritik (Frankfurt/Main) und der Buch Markt Award für die pfiffigsten Werbeideen der Branche unter anderem an ein Projekt zum Judentum des Leo Baeck Bookshop.

Thema in Leipzig war zudem die derzeit scharf kritisierte Preiserhöhung für die Stände auf der Frankfurter Buchmesse. Deren Direktor Volker Neumann stellte im Fall einer Einigung mit der Frankfurter Messe eine Preissenkung in Aussicht. Eine Einigung um den Verbleib der Buchmesse in Frankfurt sei zwar möglich, aber noch nicht in trockenen Tüchern. Die ganz entscheidende Hürde der Hotelkosten sei noch nicht genommen.

Auch der Vorsitzende der Kurt-Wolff-Stiftung, Manfred Metzner, kritisierte im Namen der unabhängigen Verleger die geplante Erhöhung der Standgebühren bei der Frankfurter Buchmesse. Damit werde gerade den kleinen Verlagen eine Teilnahme erschwert oder unmöglich gemacht. Verleger Klaus Wagenbach beklagte zudem die Orientierung großer Verlage auf hohe Auflagen und damit die Verdrängung des Neuen in der Literatur. So würden Bücher mit einer Auflagenerwartung von unter 7 000 Stück nicht mehr verlegt. "Dabei tritt das Neue eher auf sehr leisen Sohlen auf", mahnte er. "Eine Gesellschaft gibt sich auf, wenn sie die Verlage im Stich lässt, in denen das Neue erscheint."

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung stellte unterdessen einen Kompromissvorschlag zur Reform der Rechtschreibreform vor. "Wir wollen damit ein schlimmes Kapitel deutscher Kulturpolitik beenden", sagte Ex-Präsident Christian Meier. Mit den Vorschlägen soll die Einheit der deutschen Rechtschreibung wiederhergestellt werden. Das rund 140-seitige Buch soll das Beste von alter und neuer Rechtschreibung verbinden. Merkwürdigkeiten wie bei der Groß- und Klein- oder der Getrennt- und Zusammenschreibung etwa könnten bei dem Kompromiss nicht akzeptiert werden.

Viel Andrang herrschte auch bei der Literarischen Auktion der Buchmesse-Veranstalter. Dabei kam unter anderem ein Buch von Martin Walser mit Signatur unter den Hammer. Zu Gunsten vom Hochwasser geschädigter Bibliotheken in Sachsen und Sachsen-Anhalt werden noch bis Samstag Antiquitäten und Kuriositäten prominenter Autoren versteigert, wie etwa ein Original-T-Shirt von Ally McBeal oder die Schlussklappe des letzten "Tatorts" mit Manfred Krug.

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