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06.01.2003

15:06 Uhr

Trotz Optimismus

Bei VW könnten die Risiken überwiegen

Die Anleger begrüßen die guten Nachrichten aus Detroit. Auf der dort stattfindenden Motor Show, der ersten Branchenmesse des Jahres, hat sich der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder hoffnungsvoll zum neuen Geschäftsjahr geäußert.

vwd FRANKFURT. So wollen die Wolfsburger den Weltmarktanteil stabil halten, er liegt derzeit bei etwa 12,1 bis 12,3 Prozent. Zur Ertragslage wollte sich der Manager nicht äußern.

Positiv sieht auch Hendrik Emrich, Analyst bei der Berenberg Bank, den Ausblick von VW. Er erwartet das Vorsteuerergebnis 2003 bei über vier Milliarden Euro - diese selbst gesetzte Marke könnten die Wolfsburger im vergangenen Jahr knapp verfehlt haben. "Nicht alle Analysten rechnen 2003 mit einer Gewinnsteigerung", sagt Emrich. Der Umsatz dürfte demnach bei einem Absatzplus von 2,5 Prozent auf etwa 5,1 Mrd. Euro zulegen. Etwas Sorge bereite ihm, dass VW im Vergleich zu Wettbewerbern eine relativ "alte" Flotte fahren lasse. So komme der neue Golf voraussichtlich erst im vierten Quartal auf den Markt. Erst im Jahr 2004 werde die Produktpalette jünger.

Ein zusätzliches Risiko, das die Volkswagen-Aktie belasten könnte, sieht der Branchenbeobachter im schwachen Dollar. Ein im Vergleich zum 'Greenback' steigender Euro erhöht für die stark vom Export abhängigen Autohersteller die Kosten. Zwar sichern diese sich mittels eines "Hedging" genannten Verfahrens gegen sinkende Fremdwährungen ab - aber eben in unterschiedlichem Ausmaß. Emrich zufolge ist VW bislang unterdurchschnittlich gegen fallende Dollar-Kurse abgesichert. BMW und Porsche seien weitaus stärker gegen derartige Risiken "gehedgt".

"Sollte die US-Währung weiter fallen, könnte dies das Ergebnis von VW belasten", so der Analyst. Zwar werde ein Teil der Produktion im Dollar-Raum hergestellt, zum Beispiel in Mexiko und Brasilien, und unterliege damit nicht den Wechselkursschwankungen. Der Passat beispielsweise werde aber ausschließlich in Europa produziert.

Die Verkaufszahlen im wichtigsten Exportmarkt USA sind bei den Investoren dagegen nicht eben auf Begeisterung gestoßen. VW schnitt unter den deutschen Herstellern mit einem Minus von 4,9 Prozent verkaufter Pkw neben Porsche am schlechtesten ab. Teilweise wett gemacht wird dies durch die Konzerntochter Audi, die hier um 2,9 Prozent zugelegt hat. Vom deutschen Markt verspricht sich Emrich im laufenden Jahr allerdings Besserung, sollte die Konjunktur im zweiten Halbjahr etwas anziehen.

Unter dem Strich empfiehlt Emrich den Wert mit "Halten" und findet sich damit in guter Gesellschaft: Aktuell rät die Hälfte von 22 Analysten zum Halten des Titels. Lediglich vier raten, die Aktie überzugewichten bzw. zu kaufen, neun empfehlen VW unterzugewichten bzw. zu verkaufen. An der Börse dreht die Aktie, nach Kursgewinnen zu Handelsbeginn, gegen 12.05 Uhr MEZ ins Minus, sie wird zu 37,55 Euro gehandelt, ein Abschlag von einem Prozent.

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