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27.01.2003

14:54 Uhr

Trotz Schmuddelwetter

Schnäppchenjäger auf der Pirsch

Der Handel ist mit dem Auftakt des diesjährigen Winterschlussverkaufs zufrieden. Preisnachlässe von stellenweise bis zu 70 Prozent lockten trotz Schmuddelwetter viele Schnäppchenjäger in die Geschäfte.

dpa/rtr HAMBURG/FRANKFURT. Die Einzelhändler blickten nun mit vorsichtiger Hoffnung auf die nächsten zwei Schlussverkaufswochen, teilte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) am Montag in Berlin mit. Die Kunden griffen vor allem bei Markenkleidung zu.

Die erwarteten Rekord-Rabatte im Winterschlussverkauf bleiben aber offenbar weitgehend aus. Trotz der tief sitzenden Konsumflaute und trüben Konjunkturaussichten gibt es nach HDE-Angaben keine ungewöhnlich hohen Preisabschläge. Die Waren seien durchschnittlich um 50 Prozent reduziert, was den üblichen Schlussverkauf-Rabatten entspreche, sagte Pellengahr. Allerdings sind seinen Angaben zufolge in diesem Jahr deutlich mehr Artikel reduziert worden. Eine Reihe von Kaufhäusern öffneten zudem bereits um 8 Uhr ihre Türen und boten Frühaufstehern einige Stunden lang zusätzliche Rabatte von rund zehn Prozent an.

In den Filialen des Warenhauskonzerns Kaufhof habe der Ausverkauf trotz des Schmuddelwetters "recht positiv" begonnen, sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen erwarte, dass die Lager geräumt würden. Davon geht auch die Warenhauskette Karstadt von ihren gut gefüllten Lagern aus. Besonders gefragt seien neben Winterkleidung reduzierte Tisch- und Bettwäsche, sagte ein Karstadt-Sprecher.

Die Textilhandelskette C&A registrierte in den ersten Stunden nach Verkaufsbeginn ein leichtes Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr. "Es läuft besser, viel besser wäre allerdings übertrieben", sagte ein Sprecher. Die Kette hatte in Anzeigen mit "Deutschlands billigster Tag" für den WSV-Start geworben.

Der gute WSV-Beginn signalisiere jedoch keine allgemeine Besserung für den Einzelhandel, sagte Pellengahr. "Der Knoten ist damit nicht geplatzt. Es wäre ein Trugschluss, zu glauben, damit drehe sich die Konsumstimmung." Die Stimmung unter den Verbrauchern sei weiter gedrückt. Der laufende Winterschlussverkauf könnte der Letzte sein, da das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das die gemeinsame Rabattaktion des Handels regelt, reformiert werden soll. Nach der Novelle, die nach Angaben des Justizministeriums noch in diesem Jahr den Bundestag passieren soll, könnten Händler dann das ganze Jahr über Waren reduzieren. Auf zwei Wochen beschränkte Schlussverkäufe würden dann entfallen.

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