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13.01.2003

17:41 Uhr

Trotz wachsender Kritik

Blair besteht darauf: Saddam muss entwaffnet werden

Der britische Premier lässt sich nicht beirren. Sollte der irakische die Wafffen nicht freiwillig strecken, soll er gezwungen werden. Blair stellt sich damit einmal mehr gegen die Zweifel in den eigenen Reihen.

dpa LONDON. Der britische Premierminister Tony Blair will seinen harten Kurs im Irak-Konflikt auch angesichts wachsender Kritik nicht ändern. Vor Journalisten sagte Blair am Montag in London, Saddam Hussein müsse seine Massenvernichtungswaffen aufgeben: "Wenn er es nicht freiwillig tut, wird er mit Gewalt entwaffnet werden."

Blair plädierte dafür, dem Uno-Prozess eine Chance zu geben. "Aber bei einem Verstoß gegen die Uno-Resolution (1441) sind wir fest entschlossen zu handeln", sagte Blair. Er bezeichnete das Dossier, in dem der Irak am 8. Dezember die Existenz von Massenvernichtungswaffen bestritten hatte, als "falsch". Für ihn sei es nur "eine Frage der Zeit", bis sich die Gefahren von Massenvernichtungswaffen und Terrorismus verbinden würden, warnte Blair.

Angesichts wachsender Bedenken in der Bevölkerung und Widerstandes innerhalb der regierenden Labour-Partei hatten führende Politiker in den vergangenen Tagen immer wieder die Bedeutung des UN-Prozesses betont. Am Montag hatte Labour-Geschäftsführer John Reid erklärt, die britische Regierung würde einer diplomatischen Lösung des Irak- Konflikts den "Vorzug" geben.

Blair will am Mittwoch in einer mit Spannung erwarteten Fraktionssitzung seinen Standpunkt darlegen. Nach Angaben aus Labour - Kreisen sind etwa 100 der 410 Unterhausabgeordneten offen gegen eine britische Beteiligung an einem Militärschlag. Aus Umfragen geht hervor, dass auch die Bevölkerung nur mit Zustimmung der Vereinten Nationen ein militärisches Vorgehen akzeptieren würde.

Am Sonntag hatte die dem linken Parteiflügel zugerechnete Entwicklungshilfeministerin Clare Short gefordert, die Londoner Regierung habe "die Pflicht", unbeirrt an dem Weg über die Vereinten Nationen festzuhalten. Nur so könne die britische Regierung US- Präsident George W. Bush davon abhalten, "zu früh in den Krieg zu ziehen".

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