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21.01.2003

22:09 Uhr

Trübe Gewinnerwartungen

US-Börsen schließen im Minus

Die US-Aktienbörsen haben nach freundlichem Beginn am Dienstag nach dem durch den Martin Luther King-Feiertag verlängerten Wochenende ins Minus gedreht. Händlern zufolge konnten auch die positiven Unternehmensberichte, wie von 3M oder Johnson & Johnson, die trüben Gewinnerwartungen am Markt nicht aufhellen. Auch die überraschend starken US-Wohnbaubeginne im Dezember hätten nicht ausgereicht, der Börse neuen Schub zu geben.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor gestern 1,6 Prozent auf rund 8448 Zähler. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 1368 Punkte ab und der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 1,5 Prozent auf 888 Zähler. "Die Daten sind an sich ermutigend. Sie lassen den Schluss zu, dass die wirtschaftliche Lage nicht mehr so schlecht ist wie zuvor", sagte Kevin Logan von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Er mahnte jedoch zur Vorsicht, weil anhaltend hohe Ölpreise die Investoren, die nach Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung suchen, zurückhaltend machten.

Darüber hinaus trüben Händlern zufolge weiterhin Sorgen wegen eines möglichen Irak-Krieges vor dem Hintergrund des US-Truppenaufmarsches am Golf die Stimmung der Anleger. Zur Lustlosigkeit trügen zudem die jüngst vorsichtigen Ausblicke großer Konzerne, wie Microsoft bei. Der US-Richter J. Frederick Motz hatte zudem dem Softwarehersteller die Anweisung gegeben, die Software Java des Wettbewerbers Sun Microsystems Inc, Mountainview, innerhalb von vier Monaten in Windows zu integrieren. Die Aktie legte dennoch geringfügig zu.

Die Aktien des weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup büßten deutlich ein. Das Institut hatte zuvor berichtet, der Gewinn sei im vierten Quartal 2002 nach Sonderaufwendungen um 37 Prozent gesunken. Zugleich prognostizierte Citigroup jedoch für 2003 eine Gewinnsteigerung um einen zweistelligen Prozentsatz.

Auch die Papiere des Autokonzerns Ford zählten zu den Verlierern. Der Automobil-Hersteller wies zwar einen Nettoverlust von 130 Millionen Dollar für das vierte Quartal 2002 aus. Allerdings rechnet der Konzern damit, beim Ergebnis im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten übertreffen zu können.

Der Mischkonzern 3M hat im Schlussquartal 2002 dank Kostensenkungen und einer positiven Geschäftsentwicklung vor allem in Asien seinen Gewinn deutlich gesteigert. Die Titel gaben dennoch nach. Auch die Aktien des Pharma- und Medizintechnikkonzerns Johnson & Johnson verloren. Das Unternehmen hatte berichtet, kräftige Absatzsteigerungen bei Medizinprodukten und bestimmten Medikamente hätten dem Konzern im vierten Quartal 2002 eine Gewinnsteigerung um 30 Prozent beschert.

Vor Börsenbeginn hatte das US-Handelsministerium mitgeteilt, die Zahl der Wohnbaubeginne habe im Dezember um fünf Prozent auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 1,835 Millionen nach 1,747 Millionen Einheiten im Vormonat und damit auf den höchsten Stand seit Mitte 1986 zugenommen.

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