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17.01.2003

22:50 Uhr

Trüber Ausblick von Microsoft und IBM

Wall Street steht unter keinem guten Stern

Der trübe Ausblick von Technologiekonzernen wie Microsoft und IBM hat die Anleger an den US-Börsen enttäuscht und am Freitag zu deutlichen Kursverlusten geführt.

Reuters NEW YORK. Diese Unternehmensnachrichten hätten Befürchtungen verstärkt, dass 2003 für die US-Firmen ein weiteres schwieriges Jahr werde, sagten Händler. Überraschend schwache Konjunkturdaten hätten den Druck auf die Kurse erhöht.

Der Dow-Jones-Index verlor zum Handelsschluss 1,28 Prozent auf rund 8587 Punkte, der marktbreite S&P-500-Index gab 1,40 Prozent auf rund 902 Zähler nach, und der technologielastige Nasdaq-Index sank 3,34 Prozent auf rund 1376 Punkte.

"Die Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt und das Marktwachstum 2003 hängen von einer Verbesserung der Investitionen ab", sagte Benjamin Pace, Geschäftsführer bei Deutsche Bank Private Wealth Management. Die von Microsoft und IBM nun erwarteten schwachen Technologieausgaben werden seinen Worten zufolge werden nicht den erhofften Konjunkturaufschwung bringen. Hugh Johnson, Chefinvestment-Officer bei First Albany Corp, fügte hinzu: "Die Anleger versuchen herauszufinden, wie die Dinge stehen, und die Prognosen von den Unternehmen sowie der Verbraucherindex der University of Michigan sind nicht gut." Analysten sagten, die Anleger wollten vor dem langen Wochenende keine größeren Risiken eingehen. Die US-Börsen bleiben am kommenden Montag wegen des Feiertages "Martin Luther King Day" geschlossen.

Microsoft hatte bei Vorlage der Quartalszahlen am Vortag mitgeteilt, auf kurze Sicht sei keine Erholung der weltweiten Ausgaben für Informationstechnologie zu erwarten. Der Umsatz werde im laufenden Quartal und im gesamten Geschäftsjahr, das im Juni endet, unter den Erwartungen der Analysten bleiben. Der Kurs des Dow-Titels fiel um rund sieben Prozent auf 51,46 Dollar.

Die Papiere von IBM, ein weiterer Dow-Wert, verloren rund 5,5 Prozent auf 81,30 Dollar. Der Computerkonzern hatte am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitgeteilt, im vierten Quartal 2002 zum sechsten Mal in Folge weniger verdient zu haben. Analysten hatten daraufhin die Gewinnprognosen des Konzerns für 2003 zurückgenommen. Die Titel des US-Mischkonzerns General Electric (GE) gaben rund 0,6 Prozent auf 24,88 Dollar nach. Das Unternehmen hatte vor Börsenbeginn mitgeteilt, der Gewinn im vierten Quartal sei um 21 Prozent gefallen. Für das laufende Quartal kündigte GE einen weiteren Gewinnrückgang um fünf bis zehn Prozent an.

Schwache Konjunkturdaten hätten die Stimmung der Anleger zusätzlich belastet, sagten Händler. Der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan sank im Januar auf 83,7 von 86,7 Zählern im Dezember, wie aus New Yorker Finanzkreisen verlautete. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem unveränderten Indexstand gerechnet. Die US-Industrieproduktion sank im Dezember zum Vormonat um 0,2 Prozent, während Analysten einen Anstieg erwartet hatten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,35 Milliarden Aktien den Besitzer. 1105 Werte legten zu, 2167 gaben nach und 160 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1061 im Plus, 2133 im Minus und 13 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 16/32 auf 99-27/32. Sie rentierten mit 4,02 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 25/32 auf 106-26/32 bei einer Rendite von 4,92 Prozent.

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