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15.01.2003

22:19 Uhr

Trüber Intel-Ausblick und Preisdaten belasten

Die Wall Street lässt Federn

Die geplanten Investitionskürzungen des weltgrößten Chipherstellers Intel und die in der Kernrate überraschend gesunkenen US-Erzeugerpreise haben die Wall Street am Mittwoch belastet.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor am Mittwoch 1,4 Prozent auf rund 8723 Punkte und der technologielastige Nasdaq-Index 1,5 Prozent auf rund 1439 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 1,5 Prozent auf rund 918 Zähler.

Intel hatte zwar im vierten Quartal 2002 seinen Gewinn verdoppelt und die Prognosen übertroffen, kündigte aber am Vortag zugleich an, die Investitionen in diesem Jahr um bis zu 25 Prozent senken zu wollen. "Intel übertraf die Erwartungen, aber die Nachricht war bereits in den Kursen enthalten", sagte John Person, Chefanalyst bei Infinity Brokerage Services. "Der Ausblick und der vorsichtige Ton scheinen den Kaufdrang abgewürgt zu haben." Intel-Aktien gaben rund 2,1 Prozent auf 17,40 Dollar nach.

Die Investitionspläne von Intel seien auch eine schlechte Nachricht für Chip-Ausrüster wie Applied Materials, KLA-Tencor und Novellus, deren größter Kunde Intel ist, sagten Händler. Der Kurs von Applied Materials fiel um rund 5,9 Prozent auf 14,45 Dollar.

Nach US-Börsenschluss werden zudem Quartalszahlen von Apple und Yahoo erwartet. Apple-Aktien verloren im Verlauf rund 1,2 Prozent auf 14,43 Dollar, Yahoo-Papiere lagen mit plus 0,6 Prozent auf 19,58 Dollar wenig verändert.

Die Aktien von Ölkonzernen stiegen im Zuge des gestiegenen Ölpreises zum Teil deutlich an. Die Titel von Noble Corp legten rund 3,6 Prozent auf 34,13 Dollar zu, die Papiere von Transocean um rund 3,5 Prozent auf 21,83 Dollar. Der Ölpreis war angesichts der anhaltenden Furcht vor Lieferengpässen auf Grund des Streiks im Ölförderland Venezuela und der Irak-Krise erneut gestiegen.

Der Markt habe auch von den jüngsten Preisdaten negative Impulse erhalten, sagten Händler. Die Erzeugerpreise in den USA stagnierten im Dezember entgegen der Analystenprognosen zum Vormonat. In der Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel gingen die Preise um 0,3 Prozent zurück, während Analysten einen Anstieg erwartet hatten. Dies zeigt Volkswirten zufolge die Schwierigkeiten der Firmen, die Preise zu erhöhen. "Wenn die Preise nicht steigen, dann werden die Unternehmen auch die Umsätze nicht steigern können", sagte Brian Belski von U.S. Bancorp Piper

Die Aktienkurse reagierten zunächst kaum auf die Veröffentlichung des "Beige Book" der US-Notenbank (Fed). Darin hieß es, die US-Wirtschaft sei bis Anfang Januar bei einem schwachen Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel weiter nur schleppend gewachsen. Dieser Konjunkturbericht der Fed dienst dem für die Geldpolitik verantwortlichen Offenmarktausschuss (FOMC) als wichtige Grundlage für seine Zinsentscheidungen. US-Volkswirte gehen davon aus, dass die Fed beim nächsten FOMC-Treffen am 28. und 29. Januar den Schlüsselzins unverändert bei 1,25 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 40 Jahren lassen wird.

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