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17.01.2007

16:03 Uhr

Tumminellis Designkritik

Das iMysterium

VonPaolo Tumminelli*

Endlich hat Apple das iPhone vorgestellt – seine Lösung für mobile Kommunikation und Unterhaltung. Von einem einfachen Handy kann nicht die Rede sein, vielmehr vom Grundstein einer neuen Produktreligion.

Apples neues iPhone: In Luxus we trust. Grafik: Handelsblatt

Apples neues iPhone: In Luxus we trust. Grafik: Handelsblatt

DÜSSELDORF. Ein neues Produkt auf der Basis von Fotos und Hörensagen zu beurteilen ist riskant, schließlich kann man heute alles Mögliche erzählen, wobei später die Realität ganz anders aussieht. Im Falles des iPhone wage ich es trotzdem, wobei sich die Kritik weniger auf das Produkt als auf den Mythos richtet. Schließlich ist Apple mehr Mythos als Realität, immaterielle Werte haben bei diesem Unternehmen den eindeutigen Vorrang gegenüber den materiellen.

Über diese Produktneuheit, die noch niemand wirklich gesehen hat, spricht mittlerweile fast jeder. Mehr kann sich eine Marke nicht wünschen. Ob das iPhone dem Mythos gerecht ist, das ist die Frage, die bereits jetzt beantwortet werden kann. Und die Antwort ist Ja. Zunächst gleicht die Verkündigung einer heiligen Kreuzfahrt, dazu trägt sogar die unklare Lage bezüglich der Namensrechte maßgeblich bei: Während Cisco System und Jobs öffentlich streiten, nimmt das Apfelvolk, das seit Jahren vom „iPhone“ spricht, das Baby in Schutz.

Bei dem Neugeborenen kann von einem einfachen iPod-Phone nicht die Rede sein, vielmehr vom Grundstein einer neuen Produktreligion. Formal lässt sich die Änderung damit begründen: Weg vom natürlichen iWeiß und von der elementaren Geometrie der iForm. Am Rand glänzt dickes Chrom, getöntes Glas schmückt die umfasste Oberfläche. Vor uns steht ein Upscale-Produkt, quasi eine moderne Interpretation der Populuxe-Ästhetik, welche in einem 30-Jahren-Zyklus immer wieder auftaucht. Diese lag in den 50er- und 80er-Jahren voll im Trend und wurde in der Tat nie ganz aufgegeben.

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