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18.04.2003

18:39 Uhr

Tumult vor dem Aktionshaus.

Breton-Sammlung brachte 46 Millionen Euro

Der Nachlass des französischen Schriftstellers und Surrealisten André Breton (1896-1966) ist für 46 Millionen Euro in Paris unter den Hammer gekommen. "Die Preise, die erzielt wurden, waren zum Teil so surrealistisch (hoch) wie die Sammlung selbst", sagte ein Sprecher des Auktionshauses Drouot-Richelieu am Karfreitag. Manche Werke hätten bis zu 60 Prozent mehr erzielt als erwartet.

HB/dpa PARIS. Die mehr als 400 Gemälde, 3 500 Bücher, 500 Manuskripte und 1 700 Fotografien wurden ursprünglich auf 30 Mill. Euro geschätzt. Teuerstes Los mit 2,5 Mill. Euro war die bildähnliche Holz- Collage "Femme" (1927) des Künstlers Hans Arp, die einen Frauenkörper darstellt. 1,4 Mill. Euro erzielte außerdem das Gemälde "Impossibilité Dancer/Danger" von Man Ray.

Breton verfasste unter anderem das "Manifest des Surrealismus" (1924) und die Nachfolgeschrift "Zweites Manifest des Surrealismus" (1930). Seinen umfangreichen Nachlass hatte er zeitlebens in seinem Pariser Atelier in der Rue Fontaine Nr. 42 gesammelt. Angehörige des Surrealisten Breton hatten sich seit dessen Tod 1966 vergeblich dafür eingesetzt, den gesammelten Nachlass in ein Breton-Museum oder eine Surrealismus-Stiftung einzubringen.

Begonnen hatte die Versteigerung am 7. April zunächst mit einem Tumult vor dem Auktionshaus. Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle protestierten dagegen, dass eine der bedeutendsten Privatsammlungen surrealistischer Kunst in alle Winde zerstreut werde. Als Reaktion auf die Forderungen der Demonstranten nutzten Frankreichs Kultureinrichtungen ihr Vorkaufsrecht und erwarben für 11,8 Mill. Euro Bücher, Manuskripte und Gemälde für mehr als 30 Bibliotheken und Museen.

Insgesamt brachten die mehr als 400 Gemälde und Zeichnungen - darunter mehrere Werke von Magritte, Picabia, Picasso und Dali - Erlöse von 26,39 Millionen Euro. Für Aufsehen sorgte das ursprünglich auf 50 000 Euro geschätzte Manuskript "Arcane 17" von Breton. Es wurde schließlich für 836 510 Euro zugeschlagen. Die auf 7500 geschätzte Erstausgabe von Freuds "Traumdeutung" wechselte schließlich für 66 044 Euro den Besitzer.

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