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27.07.2000

21:43 Uhr

Turbulente Zeiten

Nokias tiefer Kurssturz

VonWolfgang Gillmann

Handy-Aktien haben es zurzeit an der Börse schwer. Obwohl beim Mobilfunk kein Ende des Booms abzusehen ist und die Einführung neuer Technologien wie UMTS die Geschäfte sicher noch anheizen wird, erleben die Gerätehersteller einen Kurssturz nach dem anderen.

Vergangene Woche brach Ericsson ein, obwohl das Unternehmen glänzende Halbjahreszahlen vorgelegt hatte, am Mittwoch fiel der Siemens-Kurs trotz eines Rekordgewinns, gestern traf es den Weltmarktführer Nokia. Trotz hoher Gewinne im Halbjahr genügt der Hinweis auf vorübergehend schwächere Zahlen, um die Kurse in den Keller zu schicken. Jedes Mal ist der Handybereich die Ursache.

Bei Ericsson fehlen wegen eines Brandes wichtige Chips, auch bei Siemens sind nicht genügend Bauteile vorrätig, um die angepeilten Fertigungszahlen zu realisieren, und bei Nokia wird die bevorstehende Markteinführung neuer Modelle das Ergebnis belasten. Hier rächen sich die hohen Erwartungen in stets steigende Gewinne durch den Handyboom, an denen die Hersteller selbst kräftig mitgestrickt haben. Die Börse erwartet von ihren Lieblingen konstant hohe Zuwachsraten. Besonders Nokia hat die Anleger in der Vergangenheit so mit permanenten Gewinn- und Umsatzsteigerungen verwöhnt, dass jetzt eine vorsichtige Gewinnwarnung sofort zu einem heftigen Kursrutsch führt. Optimistische Börsianer würden sagen: Kaufkurse!

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