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28.06.2000

09:14 Uhr

dpa-afx BERLIN. Die ProSieben Media AG und SAT.1, an der Springer 41 % hält, fusionieren zum größten deutschen Fernsehunternehmen. Damit bekommt die RTL-Gruppe von Bertelsmann eine stärkere Konkurrenz. Die Gründung der neuen Senderfamilie wurde am Dienstagabend von der Münchner KirchGruppe und dem Axel Springer Verlag (ASV/Berlin) bekannt gegeben.

Die Verträge zur Gründung der börsennotierten ProSiebenSAT.1 Media AG sollen in Kürze unterzeichnet werden. Die Aufsichtsgremien sowie die Kartell- und Medienbehörden müssen noch zustimmen. Das neue Unternehmen mit den Sendern SAT.1, ProSieben, Kabel 1 und N24 käme 1999 auf einen addierten Umsatz von rund 2,0 Mrd. Euro und hätte ein Ergebnis vor Steuern von rund 200 Mill. Euro.

Springer steigt damit entgegen den Erwartungen nicht bei SAT.1 aus, sondern wird am neuen Unternehmen einen Minderheitsanteil von rund 11,5% halten. Aufschluss über die damit verbundenen Erwartungen dürfte die am heutigen Mittwoch in Berlin stattfindende ASV-Hauptversammlung bringen.

Nach einer Option können die Springer-Anteile später an den Hauptgesellschafter KirchMedia GmbH & Co.KG aA übertragen werden. In diesem Zusammenhang sei für die von Springer gehaltenen Anteile an der Sportrechteverwertungsgesellschaft ISPR (50 %) eine analoge Regelung vorgesehen.

Geführt wird die neue Unternehmensholding mit Sitz in Unterföhring bei München vom Vorstandsvorsitzenden Urs Rohner sowie von Ludwig Bauer, Jürgen Doetz und Lothar Lanz. Die ProSiebenSAT.1. Media AG werde mit rund 3 000 Mitarbeitern der größte privater Arbeitgeber im deutschen Fernsehmarkt sein, hieß es. Der Zusammenschluss erschließt nach Angaben des SAT.1- und Media 1-Geschäftsführers Fred Kogel ein jährliches Synergiepotenzial von mehr als 200 Mill. DM.

Nach den Unternehmensplanungen soll SAT.1. in Berlin bleiben. Der Münchner Nachrichtensender N24 werde zum zentralen Dienstleister für die Nachrichtenproduktion der gesamten Senderfamilie ausgebaut. Dabei werde geprüft, den Nachrichtenbereich einschließlich N24 in Berlin anzusiedeln.

Der bisherige Stammaktionär der ProSieben Media AG, die Rewe Beteiligungs-Holding National - GmbH, scheidet den Angaben zufolge aus dem Gesellschafterkreis aus. Rewe übertrage seine ProSieben-Stammaktien an die KirchMedia und erhalte im Gegenzug sechs Prozent der Gesellschaftsanteile des Unternehmens.

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