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03.08.2000

13:09 Uhr

ap KONSTANZ. Immer mehr Menschen suchen per E-Mail geistlichen Beistand und Rat. Die von der evangelischen und katholischen Kirche betriebene ökumenische Seelsorge im Internet verzeichnet großen Zuspruch. Im vergangenen Jahr erreichten 2 500 Zuschriften per E-Mail die zumeist ehrenamtlichen Berater, wie Cordula Eisenbach-Heck von der bundesweiten Koordinations- und Fachstelle der Telefonseelsorge am Donnerstag in Konstanz erklärte. Die katholische Diplom-Theologin verteilt die Anfragen der Rat Suchenden auf zwölf Stellen mit insgesamt rund 60 Beratern im Bundesgebiet.

"Im Gegensatz zur Beratung am Telefon können wir im Internet einen beständigen Ansprechpartner anbieten'', sagte Eisenbach-Heck. Wenn sie die erste Zuschrift weitergeleitet hat, gelangen auch spätere Mitteilungen des Betroffenen an denselben Ansprechpartner. Solche Mehrfachkontakte in Form von zwei bis drei E-Mails von demselben Schreiber machen den Angaben zufolge rund ein Drittel aller eingehenden elektronischen Post aus.

Das ökumenische Zusatzangebot der katholischen und evangelischen Kirche war 1995 ohne große Werbung gestartet worden. Im Jahr 1996 wurden 341 Kontakte registriert, seither ist die Zahl der elektronischen Zuschriften kontinuierlich gestiegen.

Vor allem jüngere Menschen bemühen sich über das neue Medium um Rat und Hilfe. Fast 44 % der Rat Suchenden sind den Angaben zufolge zwischen 20 und 29 Jahre alt. Die meisten davon lebten allein, 18 % seien verheiratet und 15 % hätten Familie, hieß es. Bei den Anfragen geht es oft um Schwierigkeiten im Beruf, um Beziehungsprobleme oder um psychische Schwierigkeiten. "Alles, was Menschen bewegen kann'', landet auf dem Bildschirm der Berater, die zuvor in der Telefonseelsorge aktiv waren und eine spezielle Ausbildung erhalten haben.

"Wir können weder diagnostisch noch therapeutisch arbeiten'', sagte Eisenbach-Heck. Das Angebot sei als erste Anlaufstelle für die Rat Suchenden gedacht. "Wir verstehen uns als Teil eines Netzwerks.'' Oft werde auch auf örtliche Beratungsstellen verwiesen. Während das Internet-Angebot eher von jüngeren Menschen genutzt wird, greifen die Älteren lieber zum Telefon, wie die Theologin festgestellt hat. Die Internet-Beratung ist unter der E-Mail-Adresse beratung(at)telefonseelsorge.de zu erreichen.



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