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11.01.2001

15:50 Uhr

rtr MOSKAU. Nach der Entführung eines US-Mitarbeiters der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Tschetschenien hat die UNO ihre Hilfsmaßnahmen in dem Gebiet vorerst eingestellt. Der Chef des Moskauer UNO-Büros für die Koordinierung Humanitärer Aufgaben, Toby Lanzer, sagte am Donnerstag, die Entführung werde schwerwiegende Auswirkungen auf die künftigen Hilfsprojekte in der Region haben. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen war der Amerikaner Kenny Gluck am Dienstag von einer Gruppe bewaffneter und maskierter Männer bei einem Angriff auf einen Hilfskonvoi 20 Kilometer südlich von Grosny verschleppt worden. Die Angreifer hätten auf den Konvoi geschossen und dabei auch einen Landsmann Glucks leicht am Kopf verletzt.

Auch die Ärzte-Organisation stellte nach dem Überfall ihre Hilfsprojekte ein. Russische Vorwürfe, die tschetschenischen Separatisten hätten den Amerikaner entführt, wiesen die Aufständischen zurück. Sie kämpfen in einem Partisanenkrieg für die Unabhängigkeit Tschetscheniens von Russland. Die UNO wollte zuletzt Nahrungsmittel für 90 000 Tschetschenen verteilen. Die Europäische Union half im vergangenen Jahr mit 19 Millionen US-Dollar.

Nach russischen Angaben ist Tschetschenien bis auf umkämpfte Gebiete in den Gebirgsregionen in russischer Hand. Russland war es im ersten Tschetschenienkrieg 1994 bis 1996 nicht gelungen, die nach Unabhängigkeit strebende Kaukasus-Republik zu besetzen.

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