Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2002

16:16 Uhr

Überkapazitäten

Conti verschlankt Reifenvertrieb in Großbritannien

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental hat sich von seinen teilweise defizitären Vertriebstöchtern in Großbritannien getrennt.

Reuters HANNOVER. Die britische Reifenhandelskette National Tyre Service (NTS) und die Großhandelsfirma Viking International mit zusammen 185 Mill. ? Jahresumsatz seien zum Jahresende 2001 verkauft worden, teilte Conti am Dienstag in Hannover mit. Die Firmen seien nach einer Sanierung im Rahmen eines so genannten Management-Buy-Outs an die Axle Group Holdings unter der Führung des bisherigen NTS-Geschäftsführers Alan Revie abgegeben worden. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Trennungspläne für NTZ und Viking waren von Conti bereits vor einem Jahr angekündigt worden. Hintergrund des Verkaufs seien Jahre lange Überkapazitäten im britischen Vertrieb, die Continental auch finanziell erheblich belastet hätten, sagte Conti-Sprecher Andreas Meurer. Conti verfüge dort über eine weitere konzerneigene Importfirma. Mit der Axle Group würden langfristige Liefervereinbarungen erhalten bleiben. Conti rechne deshalb mit einem Erhalt und dem weiteren Ausbau des Marktanteils in Großbritannien, hieß es in der Mitteilung.



Weiterer Kapazitätsabbau nicht ausgeschlossen

Für die Sanierung von NTS hatte Continental im Geschäftsjahr 2001 rund 60 Mill. Euro veranschlagt. Von einst 380 Niederlassungen und Service-Stellen seien jetzt noch 214 übrig, die Zahl der Beschäftigten habe sich auf 1085 halbiert, sagte Meurer. "Es könnte noch einen Kapazitätsabbau in geringem Umfang geben. Aber insgesamt ist NTS jetzt ordentlich aufgestellt." Viking betreibt mit 250 Beschäftigten zehn Großhandelszentren für Reifen und Autoersatzteile.

Conti als weltweit viertgrößter Reifenhersteller hat infolge der schwachen Autokonjunktur mit Überkapazitäten zu kämpfen. Von bereits vollzogenen und angekündigten Werksschließungen an fünf Standorten weltweit sind 4 000 Arbeitsplätze betroffen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×